Die Bestattungskultur ist im Wandel begriffen, das Interesse an alternativen und gerne auch „pflegeleichten“ Bestattungsformen wie beispielsweise Baumurnengräbern nimmt zu. Diesem Trend will man sich auch in Geisingen und seinen Ortsteilen nicht verschließen, sondern – ganz im Gegenteil – plant die Einführung verschiedener neuer Bestattungsformen auf den Friedhöfen in der Kernstadt und den Ortsteilen.

Stadt setzt auf einheitliches Modell

Überlegt, Ideen gewälzt und wieder verworfen, auch unter Einschaltung mehr oder weniger einschlägig spezialisierter Planungsbüros, wird sowohl im Gemeinderat als auch den Ortschaftsräten bereits seit einigen Jahren. Die Umsetzung hält sich bislang jedoch in überschaubaren Grenzen.

Bei seiner jüngsten Sitzung hat sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats neben einem überarbeiteten Gestaltungskonzept für den Geisinger Friedhof auch mit der Frage befasst, in welcher Form Baumurnengräber auf den Stadtteilfriedhöfen realisiert werden sollen.

Die Stadtverwaltung mit Bürgermeister Martin Numberger an der Spitze hatte ein einheitliches Modell vorgeschlagen und darauf gesetzt, dass der Ausschuss – eventuelle Änderungen, die sich im Zuge der Diskussion im Gremium ergeben könnten, mit eingeschlossen – für eben dieses Modell ausspricht.

Ortschaftsräte sind sich nicht einig

Der Sitzungsverlauf zeigte, dass diese Hoffnung verfrüht war. Wie die Ortsvorsteher Heike Theuerkauf (Aulfingen), Norbert Weber (Gutmadingen), Christoph Moriz (Kirchen-Hausen) und Jürgen Keller (Leipferdingen) betonten, herrsche zwar in allen Ortschaftsräten Einigkeit darüber, dass auf dem jeweiligen Ortsfriedhof Baumurnengräber eingeführt werden sollen. Die Vorstellungen darüber, wie diese gestaltet werden sollen, lägen aber noch weit auseinander.

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Auf Beschluss des Technischen Ausschusses sollen sich zunächst die Ortschaftsräte nochmals mit dem Thema befassen und ihre Prioritäten eingrenzen. Bei Bedarf könnte sich dann, wie Norbert Weber (CDU-Stadtrat und Gutmadinger Ortsvorsteher) eine „zahlenmäßig überschaubare“ Ad-hoc-Arbeitsgruppe bilden, der Vertreter der Ortsteile, des Technischen Ausschusses und der Stadtverwaltung angehören. In diesem Kreis soll dann auf eine Lösung hingewirkt werden, die letztlich, wie SPD-Stadtrat Uwe Kraft anregte, statt einer auch mehrere Formen für Baumurnengräber umfassen könnte.