Wie schafft man es, ein zwar im Innenbereich gelegenes Areal, das in unmittelbarer Nähe zu Autobahn A 81 liegt, für Wohnzwecke zu erschließen? Dieser, insbesondere unter Schallschutzaspekten nicht ganz leichten Herausforderung stellt sich die Wohnbau Hegau GmbH, die den südlichen Teil des Gebiets Schlemmersbrühl im Geisinger Ortsteil Kirchen-Hausen baulich entwickeln will. Geschäftsführer Bernhard Mayer stellte dem Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung die aktualisierten Planungen vor.

Das ist das Projekt:

Unter dem Arbeitstitel „Wohnen und Arbeiten an der jungen Donau“ sehen die Pläne der Wohnbau Hegau den Bau mehrerer Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser sowie viergeschossiger Gebäude vor, in denen pflegerisch-medizinische Nutzungen vorgesehen sind. Den viergeschossigen Gebäuden kommt dabei unter Schallschutzaspekten aufgrund ihrer Lage, Größe und Höhe eine besondere Bedeutung zu. Sie bilden, wie Bernhard Mayer ausführte, eine Pufferzone für die dahinter liegende Wohnbebauung. Die Einfamilienhäuser grenzen an die Bestandsbebauung an und sollen so den optischen Übergang zu den mehrgeschossigen Wohnbauten schaffen.

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Erschlossen werden soll das Gebiet über zwei Zufahrten, die Mehrzahl der vorgeschriebenen Stellplätze soll unterirdisch, in Tiefgaragen, realisiert werden. In den drei viergeschossigen Gebäuden sollen eine Beatmungsstation, eine Demenz-Klinik und ambulant betreutes Wohnen etabliert werden. Die Gespräche mit potentiellen Betreibern solcher Einrichtungen seien bereits weit fortgeschritten, sagte Mayer auf Nachfrage aus den Reihen der Gemeinderäte.

Bauherren agieren in Eigenregie:

Die Wohnbau Hegau wird zwar die Bauplätze für Einfamilienhäuser vermarkten, aber nicht als Generalunternehmer auftreten. Den Hausbau könnten die künftigen Bauherren in Eigenregie ausführen, erklärte Bernhard Mayer. Was die Bauplatzpreise betreffe, werde man sich am ortsüblichen Preisgefüge orientieren und die Quadratmeterpreise demnach verhältnismäßig moderat ausfallen.

Das sagt der Gemeinderat zu den Plänen:

Die Reaktionen aus dem Gemeinderat auf die überarbeitete Planung für Schlemmersbrühl fielen durchweg positiv aus. Ein Gebiet in unmittelbarer Nähe zur Autobahn baulich zu erschließen, sei schon aus Lärmschutzgründen nicht ganz einfach. Insofern stellten die jetzigen Planungen einen gelungen Kompromiss dar, zumal auch die vom Ortschaftsrat geäußerten Kritikpunkte, Anregungen und Vorschläge berücksichtigt worden seien, sagte CDU-Fraktionssprecher Christoph Moriz. Das Projekt schaffe, lobte SPD-Sprecher Uwe Kraft, viel Wohnraum auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche. Er mahnte aber auch an, unabhängig von Schlemmersbrühl in Kirchen-Hausen auch weiterhin die Voraussetzungen für den Bau von Einfamilienhäusern zu schaffen.

Ähnlich wie Moriz und Kraft urteilten auch FDP-Sprecher Paul Haug und Andreas Heidel, Fraktionsvorsitzender der Aktiven Bürger. Heidel bezweifelte, dass der von zwei Zufahrtswegen durchbrochene Gebäuderiegel die Schallschutzanforderungen bestehen werde. Sollte dieser Fall eintreten, habe man Gestaltungsvarianten in der Hinterhand, entgegnete Bernhard Meyer.