Auch Gaststätten oder Catering-Betriebe, die noch ein wenig Geld durch den Außer-Haus-Verkauf generieren können, klagen über die umfangreiche und umständliche Bürokratie bei den Ausgleichszahlungen. Oft sind erst Abschlagszahlungen für die November- und Dezemberhilfen auf den Konten, die Kosten stehen aber (etwa für Miete) in vollem Umfang an. Und die Ausgleichszahlungen können die Ausfälle nicht kompensieren, viele Wirte und Inhaber von Veranstaltungsfirmen leben derzeit von der Substanz.

Ganz extrem trifft es den Veranstaltungstechniker Thomas Obeth mit seiner Firma „to-pro“ in Geisingen. Er hat im Juni letzten Jahres beim ersten Lockdown bereits auf die Probleme der Veranstaltungsbranche aufmerksam gemacht. Nun, beim zweiten Lockdown geht es ihm und seiner Firma nicht besser, im Gegenteil. Es werden Hilfen versprochen, auch die Veranstaltungsbranche ist ja inzwischen in die Hilfsprogramme aufgenommen worden. Die Bürokratie jedoch treibt, wie Obeth sagt, seltsame Blüten.

Bürokratischer Psychoterror?

Zuerst war er von Hilfen ausgeschlossen, er sei ja nicht direkt von Veranstaltungsverboten betroffen. Und erst wenige Mittel für November und Dezember sind geflossen, auf den Rest wartet er noch immer. Dann hat die Hausbank die Bankleitzahl durch die Fusion der Volksbanken geändert, was zur Ablehnung eines Antrages führte. Die IBAN-Nummer vom Antrag (neu) mit der beim Finanzamt hinterlegten (alten) sei nicht identisch, also liege eine Betrugsverdacht vor – der Antrag wurde abgelehnt. Viele Bescheinigungen sind nun erforderlich und ein neuer Antrag. „Ich habe das Gefühl, das ist bürokratischer Psychoterror“ so Thomas Obeth.

Das Ehepaar Ehler, das die Eventlocation „4you“ (ehemalige Schindelbrücke) betreibt, kann Ähnliches berichten. Sie hätten ja Hochzeiten mit vier Personen organisieren können, haben sie einmal als Antwort erhalten. Auf 800 Quadratmetern vier Gäste? Tatjana Ehler: Die Kosten seien da, keine Einnahmen, zögerliche Ausgleichszahlungen – aber versprochen werde alles.