Die Alarmglocken schrillten laut und vernehmlich, als sich der Geisinger Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung mit einem Bauvorhaben im Bereich Bodenseestraße/Aitrachtalstraße im Ortsteil Kirchen-Hausen auseinandersetzte. Laut Bauantrag sollen auf dem Privatgrundstück zwei freistehende und beleuchtete Plakattafeln mit wechselnder werblicher Nutzung errichtet werden.

Erste Fall war in Geisingen

Weil derartige großflächige Werbeanlagen das Stadtbild stören, war das Stadtparlament in den vergangenen Jahren gegen vergleichbare Vorhaben und ist dagegen vorgegangen. Ein Beispiel liegt in der Geisinger Kernstadt, das der Gemeinderat nicht genehmigte. Nun beabsichtigt er, auch im Kirchen-Hausen einzuschreiten. Damit soll ein Präzedenzfall in dem bislang nicht von einem Bebauungsplan erfassten Mischgebiet entlang der Bodenseestraße verhindert werden. Gemeinderat und Stadtverwaltung haben ein Ziel, wie sie das erreichen wollen.

Das sagen die Lokalpolitiker

„Derartige Werbeanlagen beeinträchtigen das Stadtbild. Deshalb sollten wir, wie in anderen Fällen auch, dagegen vorgehen und eine Veränderungssperre in Erwägung ziehen“, sagte CDU-Stadtrat Holger Milkau. FW/FDP-Fraktionssprecher Paul Haug sah das ähnlich: „Das Mischgebiet entlang der Bodenseestraße ist ein besonders sensibler Bereich, weil es noch nicht baurechtlich überplant ist und kein Präzedenzfall geschaffen werden sollte. Deshalb sollten wir ein Bebauungsplanverfahren einleiten und eine Veränderungssperre ins Auge fassen.“ Auch SPD-Stadtrat Uwe Kraft und Andreas Heidel, Fraktionssprecher der Aktiven Bürger, plädierten dafür, alles zu tun, um den „Wildwuchs von Werbeanlagen“, so die Aussage, auszuschließen.

In einem ersten Schritt hat der Gemeinderat die Behandlung des Bauantrags an den Ortschaftsrat Kirchen-Hausen verwiesen. Sobald dessen Votum vorliegt, wird sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema befassen.