Die Gutmadinger wundern sich seit einigen Wochen, dass nach dem zügigen Start der Rathaussanierung nach den Handwerkerferien nichts mehr geht oder gegangen ist. In der Ortschaftsratsitzung, die coronabedingt im Gemeinschaftshaus stattfand, erläuterte der Planer und Bauleiter Claus Limberger die Hintergründe.

So unglaublich das klingt, es ist derzeit auf dem Bau Realität: Es gibt massive Verzögerungen bei der Lieferung von Baumaterialien. Dachdecker und Zimmerleute können nicht weiterarbeiten, weil sie lange Zeit kein Profilholz erhalten haben. Da sollte man meinen, Millionen Festmeter Holz liegen im Wald, das dürfte doch kein Problem sein. Limberger gab jedoch die Aussage der Handwerker weiter: Amerika nehme das ganze Profil- und Bauholz ab, in Deutschland gebe es Lieferzeiten. Für diese Woche wurde nun die Holzlieferung zugesagt, falls das auch so eintritt, werden die Bauarbeiten fortgesetzt.

Mit der Bauholzlieferung hängt die Dachsanierung zusammen. Denn im hinteren Bereich des Rathauses wird das Dach verändert, vorne wurde es neu isoliert und sofort regenfest abgedeckt. Was dort noch fehlt, sind die Latten und Ziegel. Diese wurden in der Ortschaftsratsitzung ausgesucht, die Deckung erfolgt mit glatten Betonziegeln. Bei den Ziegeln geht Limberger jedoch nicht von Lieferschwierigkeiten aus.

Fensterbauer haben volle Auftragsbücher

Anders sieht es wieder mit den Fenstern aus. Diese wurden längst bestellt und sind für Mitte Oktober zugesagt. „Wer bis Ende September keine Fenster bestellt hat, erhält diese in diesem Jahr nicht, so sehr sind die Hersteller ausgelastet“, betonte Limberger. „Kaum war der Gibel neu gemauert, wurden die Maße für die Fenster genommen und bestellt, aber wir warten noch auf die Lieferung“, so Limberger.

Vom Fenstereinbau hängen wieder die Putzarbeiten ab, erst danach kommt der Maler, um die Fassade zu gestalten. Corona habe vieles verändert. Man habe Handwerker zu günstigen Preisen bekommen, die auch die zugesagten Termine eingehalten hätten, aber nun kämen die völlig unerwarteten Lieferschwierigkeit von Holz und Fenstern hinzu.

Aufs Dach kommt wieder ein Türmle

Im Ortschaftsrat wurde auch über die Farbgestaltung des Rathauses kurz diskutiert. Die neuen Eingangstüren zum Rathaus und zum ehemaligen Schulhaus, zum Landfrauenraum und den Donaumusikanten bleiben im jetzigen Farbton. Das Türmle für die Glocke, die bis zu Sanierung beziehungsweise Umbau vor einigen Jahrzehnten vorhanden war, wird von der Zimmerfirma fertig hergestellt und erhält eine Kupferabdeckung. Das Türmle wird dann komplett aufs Dach gehoben und montiert, die Glocke folge später. Diese könne, wie Ortsvorsteher Norbert Weber berichtete, aufgrund der Größe und des Gewichtes mit einem Hubsteiger nach oben befördert werden.

Ortschaftsrat und Bauleiter sind zuversichtlich, die Arbeiten dennoch in diesem Jahr abschließen zu können. Bis jetzt ist der Zeitplan um rund drei Wochen überschritten. Gerade bei Putz- und Malerarbeiten ist jedoch entsprechendes Wetter Voraussetzung.

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