Die neue Donaubrücke in Geisingen sieht zumindest von unten schon aus wie eine fertige Brücke. Sie besteht aus drei Abschnitten, sogenannten Feldern: In den zwei kleineren Feldern wurde das Traggerüst bereits abgebaut und teilweise abgefahren, das Traggerüst im größeren Feld, das auch die Donau überspannt, ist noch vorhanden.

In den beiden kleineren Abschnitten wurde das Traggerüst bereits abgebaut, im großen Abschnitt rechts steht das Gerüst noch. Der Abbau kommt in drei bis vier Wochen.
In den beiden kleineren Abschnitten wurde das Traggerüst bereits abgebaut, im großen Abschnitt rechts steht das Gerüst noch. Der Abbau kommt in drei bis vier Wochen. | Bild: Paul Haug

Es macht aber seinem Namen keine Ehre mehr, es trägt nicht mehr. Nachdem im Mai die Betonarbeiten abgeschlossen waren, wurde nach dem Abbinden des Betons das Traggerüst abgesenkt und die Brücke musste sich selbst tragen.

Arbeiter schalen die Seitenteile ein

Die Stahlteile über die Donau, die für den Bau das Traggerüst bilden, sind 35 Meter lang und wiegen rund 15 Tonnen pro Stück. Für ihren Abbau, der sich schwieriger erweist als der Einbau, wird wieder ein großer Autokran benötigt.

Beim Einbau war über den Stahlteilen noch kein Beton vorhanden. Nun aber müssen die Stahlteile Stück für Stück auf den Stahlträgern verschoben werden um dann vom Kran aufgenommen zu werden. Diese Arbeiten sind allerdings erst für Ende Juli geplant.

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Das beeinträchtigt aber die weiteren Bauarbeiten nicht, wie Polier Martin Benedikt erklärt. In dieser Woche werden die sogenannten Kappen eingeschalt. Die Brückenkappen sind die nicht von Autos befahrenen Randausbildungen von Brücken.

Dann beginnen die Eisenbinder ihre Arbeit an der Brücke: Sie bauen den Bewehrungsstahl ein, anschließend werden die Kappen betoniert. Dort sind in der Regel Gehwege und Radwege, aber auch die Sicherungseinrichtungen wie Leitplanken oder Geländer montiert.

Je nach Temperatur kann sich Brücke ausdehnen oder zusammenziehen

Im Moment werden auch die zwei Fahrbahnübergangskonstruktionen eingebaut, die dann die temperaturbedingten Längenausdehnungen der Brücke aufnehmen. Die Brücke mit einer Länge von knapp 100 Metern kann bei entsprechenden Temperaturen schon einige Zentimeter länger oder kürzer werden.

Bei 40 Grad im Sommer können es mal bis zu drei Zentimeter sein, um die sie länger wird, bei 20 Grad Minus im Winter zieht sie sich in etwa in der gleichen Länge zusammen.

„Wir sind gut im Zeitplan“, sagt der Polier

Die Schalung für Kappen wird sorgfältig ausgeführt; „sollte hier nicht sauber gearbetet werden, sieht man das dann von unten“, so Martin Benedikt. Auch wenn noch viele Arbeiten anstehen: „Wir sind gut im Zeitplan“ rechnet der junge Polier vor.

Auf die Versiegelung des Betons der Fahrbahn kommen Bitumenbahnen, dann darauf Gussasphalt und der Asphaltbelag. Leitposten, Leitplanken, Randsteine für die Gehwege, dann die Verfüllung der beiden Widerlager und die Einfädelungsspur auf die B 31 in Richtung Donaueschingen. Unter der Brücke muss dann auch noch gepflastert werden, die Spundwände werden abgetrennt.