Eine Woche Zirkusprojekt und dann drei Aufführungen, über deren Besuch sich jeder echte Zirkus freuen würde: Diese große Resonanz an der Geisinger Grund- und Werkrealschule gab es bei den drei Aufführungen am Freitag und Samstag. Das Zirkusprojekt hat auch alle Kritiker umgestimmt und diejenigen, die im Vorfeld skeptisch waren, sind am Schluss begeistert gewesen. Denn was die über 230 Akteure der Geisinger Grund- und Werkrealschule sowie der Grundschule Kirchen-Hausen lernten und umsetzten, war beeindruckend. Es gab den Kindern ein neues Selbstwertgefühl, die Firma Zappzarapp, die das Projekt anbietet und auch begleitet, hat als pädagogischer Leitfaden den Spruch „Kannst du nicht war gestern“. Da zogen alle an einem Strang, Lehrer, Eltern, Kinder, Elternbeirat und Rektor Jürgen Tränkler.

Die Kinder reden ja auch zuhause von nichts anderem als vom Zirkusprojekt und entdecken viele Fähigkeiten, was sich auch mit Sicherheit auf die Persönlichkeit und das Lernen der Schüler auswirkt. Bereits am Vormittag fand die Hauptprobe für die Kindergartenkinder statt, richtig voll wurde es dann am Freitagabend bei der ersten Aufführung, es gab keinen Platz mehr in der Stadthalle und auch am Samstagmorgen waren leere Sitzplätze rar. Nathalie Seilnacht, die Vorsitzende des Fördervereins der Schule, begrüßte stilecht als Zirkusdirektorin die Gäste und versprach, dass alle nach dem Programm begeistert sind und den Begriff Zirkus und die Akteure mit ganz anderen Augen sehen. Und so war es.

Dann hören die Kinder hinter dem Vorhang das erlösende Kommando „Manege frei, die Show beginnt". Zum obligatorischen Eröffnungsmarsch, begleitet vom Klatschen der Zuschauer, wuselten die kleinen Artisten in einer langen Schlange in die Manege. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die jungen Artisten und Artistinnen, die sich ihre Zirkusdisziplin selbst aussuchen durften, waren mit großer Konzentration und Freude bei der Sache. Und die kleinen und großen Zuschauer verfolgten gebannt die überraschend professionell wirkenden, beeindruckenden und manchmal viel Mut erfordernden Darbietungen in der Manege. Ball- und Seilartisten, Akrobaten, Aktionen mit Ein- und Kunstfahrrad, Zauberer, eine Gruppe Clowns und ein Fakir waren zu sehen. Wer legt sich schon auf ein Nagelbett oder steht mit blanken Füßen in Glasscherben oder legte sich gar hinein? Nach über zwei Stunden reibungslosem Powerprogramm kam das Finale, alle Akteure standen auf der Bühne und erhielten viel Applaus gemeinsam mit Nathalie Seilnacht und Holger Stoffler, der das Projekt initiierte.

Das Projekt

Das Projekt Zirkus wurde von der Firma Zappzarapp begleitet und vom Förderverein der Schule finanziert. Spenden und auch ein namhafter Zuschuss der Stadt von 5000 Euro deckten den größten Teil der Kosten. Das Projekt kam sehr gut an, die Frage, ob es wiederholt wird, stellt sich nach Aussage von Nathalie Seilnacht, Vorsitzende des Fördervereins der Schule nicht, nur die Frage nach dem Zeitpunkt, ob in zwei oder drei Jahren. Am Projekt beteiligten sich die beiden Schulen von Geisingen und Kirchen-Hausen. (ph)