Nur zufriedene Gesichter sah man zum Abschluss der Sichelhenke bei den Verantwortlichen des veranstaltenden Männergesangvereins 1871 Eintracht am Montagabend. Zurückblicken konnte man auf ein von schönem Wetter begünstigtes Erntedankfest, das in mancherlei Hinsicht bisherige Rekorde brach: Noch nie kamen so viele Oldtimer-Traktoren zu der historischen Schlepperschau. Mit dem Besucherandrang ging es in Richtung Volksfestcharakter. Treuer Besucher war auch diesmal der frühere Landtagsabgeordnete Franz Schuhmacher. Bürgermeister Martin Numberger konnte erstmals die Freuden der Veranstaltung genießen.

Das faszinierende Unterhaltungsprogramm, das Speisen- und Getränkeangebot waren zwar wieder Trümpfe der 37. Sichelhenke. Zum Erfolg trug jedoch auch das unterhaltsam dargebotene Brauchtum bei. Mit seinem reichen Fundus ließ Franz Urban Stihl, der Vater der Sichelhenke, die Zeit zurückkehren, als die Muskelkraft von Mensch und Tier die harte Arbeit in der Landwirtschaft verrichten mussten, und die Leipferdinger Molkerei noch Deutsche Landbutter herstellte, die nach Mannheim geliefert wurde.

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Zu sehen war eine Vielzahl von Gerätschaften der früheren bäuerlichen Zeit: Gespanngezogene Mähmaschinen, Selbsthalterpflüge, Gerätschaften der Milchwirtschaft, Holzeggen, eisenbereifte Wagen, ein Modell einer als Zugtier ausgestatteten Kuh, alte Baumspritzen und vieles mehr. Zu lesen waren aus der alten Zeit auch ketzerische Beschriftungen wie „Herr lass Gras wachsen, die Zahl der Rindviecher nimmt ständig zu“.

Erlebt werden konnte das Dreschflegeln, der Betrieb einer Weizenmühle aus dem Jahr 1872, gezeigt wurde die Herstellung von Seilen und die Anfertigung von Hufeisen am offenen Feuer. Ganz groß heraus kam wieder das Schaudreschen. Der Weizen war auf dem Feld von Markus Hall mit dem Bindemäher geerntet worden. Interessant ist, dass die zur Sichelhenke gefertigte Erntekrone und der Erntekranz nach dem Fest in die Herz-Jesu-Kirche nach Singen kommen.

„Zunächst haben wir die Sichelhenke je zweimal in einem Festzelt und in der Festhalle veranstaltet, was jedoch nicht die gewünschte Atmosphäre brachte. So ging man nach einigen Hürden und einer Versammlung am 15. April 1985 zur Umgestaltung des Farrenstallgebäudes zum Festhaus über“, erinnert sich Franz Urban Stihl an die Anfänge des Erntedankfestes.