Der gläserne Mensch: Internet und Handy werden heute von fast jedem Menschen genutzt, diese Kommunikationstechniken nutzen aber auch andere, um richtig Geld damit zu verdienen. Achim Speck aus Geisingen, IT-Leiter eines Unternehmens, hat mit einem eindrucksvollen Vortrag über die Speicherwut des Datenkonzerns Alphabet informiert. Er zeigte den meist verblüfften Teilnehmern auf, wie im Grunde genommen jeder, der ein Android-System auf dem Handy hat und die sozialen Dienste nutzt, ausgespäht wird. „Da die Nutzung der Medien wie Facebook, WhatsApp, Youtoube und dergleichen kostenlos ist, werden Daten gesammelt und verkauft“, sagte Speck bei seinem Vortrag in der Schmiede. 

Der Konzern, zu dem Google und andere Social Media gehören, verdiene laut Speck zu 98 Prozent sein Geld mit Werbung, anders bei Apple, die verdienen das meiste Geld mit Geräten. „Schmeißen Sie nicht das Handy an die nächste Wand, gehen Sie nur bedachter mit den Daten um“, riet Speck. Um Geld für die Werbung zu erzielen, müssen Profile der Nutzer hergestellt werden. Und da ist der Konzern fit. Man könne anhand der Nutzung von verschiedenen Medien feststellen, wie groß die Wohnung sei, in der der Nutzer wohne, wie viele Personen in welchem Alter dort leben, die wiederum für Firmen interessant sein können. „Kaufen Sie nie kurz vor 16 Uhr über das Handy mit leerem Akku bei Amazon ein. Amazon ist der gleiche Datensammler, die Konzerne können feststellen, wieviel Laufzeit der Akku noch hat. Also eilt es für den Nutzer, die Waren zu bestellen, und das kurz vor dem Versandtermin 16 Uhr. Da werden einfach die Preise erhöht“, so Speck.

Am Beispiel der Schmiede wurde die Datensammlerei und Werbung deutlich. Als Holger Stoffler die Veranstaltung bei Facebook veröffentlicht hat, erhielt er gleich ein Angebot von Facebook, für die Veranstaltung zu werben. Wer, in welchem Alter und von wo aus die Seite angesehen hat, wurde gleich mitgeliefert. Die Medizin werde laut Speck von der Entwicklung der Technik profitieren, bestimmte Uhren können etwa den Benutzer warnen, ob ein Herzinfarkt bevorstehe oder nicht. Für viele Jugendliche sei das Netz der heilige Gral. Speck appellierte an die Anwesenden, den Bereich Passwörter nicht zu leicht zu nehmen. Einfache Passwörter werden ausgespäht, und man sollte mit Mails und anderen Nachrichten vorsichtig sein. Vor allem, so Speck, einen gesunden Menschenverstand walten lassen.

Die Teilnehmer waren über die Art und Weise der Ausspähung von persönlichen Daten doch erstaunt.