Viele Chöre leiden unter Mangel an Aktiven und sehen ihre Zukunft alles andere als rosig. Sind Aktive vorhanden und fehlt gar ein Dirigent, ist die Lage noch prekärer. Derzeit gibt es in der Kirchengemeinde Kirchtal-Donau noch fünf Chöre, davon ein reiner Männerchor in Aulfingen. Zwei suchen einen Dirigenten, Leipferdingen und Geisingen. In Leipferdingen ist noch Tobias Hilbert im Amt, will dieses aber abgeben, worauf sich der Chor auf die Suche nach einem Nachfolger machte. Und auch der Geisinger Kirchenchor sucht eine neue Person am Dirigentenpult, da man sich von der bisherigen Dirigentin Angelika Hauser getrennt hat. Einige Wochen kann man überbrücken, aber mittelfristig braucht man einen Chorleiter.

Es gab schon öfters sogenannte Projektchöre zwischen verschiedenen Chören. Geisingen und Gutmadingen haben nun eine Zweckgemeinschaft gebildet. Die Geisinger Chormitglieder proben zusammen mit dem Chor in Gutmadingen. Da stehen in den nächsten Wochen zwei Kirchenfeste an, die traditionell von den Kirchenchören umrahmt werden. Das Maria-Trost-Fest in Gutmadingen am 1. September und zwei Wochen später, am 15. September, das Heilig-Kreuz-Fest in Geisingen. „Wir singen zusammen in Gutmadingen und dann in Geisingen“, betont die Vorsitzende des Geisinger Kirchenchores, Gudrun Buss. „Ohne Dirigentin oder Dirigent hat ein Chor keine Zukunft“, so Gudrun Buss weiter, „worauf wir uns entschieden haben, mit Gutmadingen Kontakt aufzunehmen und gemeinsam zu proben.“ Wie lange dies anhält, hängt davon ab, ob sich jemand als Chorleiter findet.

Elke Ringwald-Speck, die Dirigentin des Gutmadinger Chores, freut sich über die derzeitige Chorstärke. Der Tag des Chorgesangs an Pfingsten aller fünf Chöre in Geisingen war eine erste gemeinsame Aktion, vielleicht entwickelt sich daraus mehr, auch im Hinblick auf die neue Seelsorgekonzeption des Erzbischofs. Da der Gutmadinger Chorraum wie auch der Proberaum im Rathaus für den gemeinsamen Chor zu klein ist, proben die beiden Chöre in der Kirche.