Wenn von Montag bis Freitag in aller Frühe im Westen der Geisinger Hauptstraße zwei rote Kleinbusse losfahren, kehren sie nach eineinhalb oder auch nach zwei Stunden wieder zurück: Sie bringen Gäste in die Tagespflege der Sozialstation, die im letzten Herbst ihren Betrieb aufgenommen hat. Damals war die bange Frage, ob dieses Angebot angenommen wird und ob es hierfür Bedarf gibt, beides ist der Fall. Wie beliebt die neue Einrichtung ist, zeigte sich jetzt bei einem besonderen Anlass, als es galt, einen 99. Geburtstag zu feiern. Anna Krämer aus Hattingen heißt Jubilarin. Sie wird zweimal wöchentlich vom Fahrdienst am Morgen in Hattingen abgeholt und am Abend wieder nach Hause gefahren. Wie 43 andere Gäste, die in der Tagespflege von Montag bis Freitag betreut werden.

Manche sind jeden Tag zu Gast, andere nur einmal in der Woche, um Angehörige oder Pflegekräfte zu entlasten. „Spaß macht es allen“, wie die Leiterin der Tagespflege, Rosa Weber, berichtet. „Die Tagespflege hat 20 genehmigte Plätze, und die sind meist voll belegt“, sagt Weber. Das Einzugsgebiet der Sozialstation ist die Region Geisingen, Immendingen und Emmingen-Liptingen, aus diesem Bereich sind auch die Gäste der Tagespflege, aber auch aus anderen angrenzenden Gemeinden.

Über die große Resonanz freut sich auch Geschäftsführerin Renate Wittenberg. „Dies zeigt, dass dieses Angebot eine wichtige Einrichtung ist, einmal zur Entlastung der Angehörigen und Pflegekräfte, aber auch um die Gäste aus der Einsamkeit zuhause herauszuholen“, so Wittenberg.

„Mir macht es großen Spaß hier“, sagt die Älteste der Gäste, Anna Krämer, die gerne kommt. Die rüstige Jubilarin bringt immer wieder selbst gestrickte Artikel mit, oder bastelt auch zuhause kleine Geschenke. Sie verbringt ihren Lebensabend in Hattingen bei ihrer Tochter, und freut sich auf jeden Besuch in der Sozialstation. Und alle freuen sich schon jetzt darauf, mit Anna Krämer den 100. Geburtstag in der Tagespflege feiern zu können.