Die Region Geisingen hat vieles zu bieten, was Einheimische, Naturliebhaber, Sportler oder auch Touristen gleichermaßen schätzen: Eine weitgehend intakte Natur und ein hohes Maß an Naherholungspotenzial. Wandern, Rad fahren oder mit den Inlinern durch die Gegend rollen – die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch der Erhalt der Natur, der behutsame und nachhaltige Umgang mit den Ressourcen, sind Aufgaben, denen sich Bürger und Kommunalpolitiker gemeinsam verstärkt stellen müssen. Egal ob bei der Innenentwicklung oder bei der Ausweisung neuer Baugebiete.

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Der SÜDKURIER hat daher die beiden Bürgermeisterkandidaten Thomas Braun (50 Jahre, selbstständiger Dienstleister rund um Haus und Hof aus Kirchen-Hausen) und Martin Numberger (36 Jahre, Jurist aus Überlingen) im Vorfeld der Wahl gebeten, ihre Sichtweise und Pläne zum Naturschutz, aber auch zum Thema Tourismus in Geisingen und den Stadtteilen in einem vorgegebenen Umfang zu skizzieren.

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Gerade im Bereich Fremdenverkehr hat die Region noch viel Potenzial, das es gilt gemeinsam zu heben und weiter zu entwickeln. In den letzten Jahren hat Geisingen hier schon kräftig aufgeholt, der Wohnmobilstellplatz im Freizeitgelände Danuterra auf dem Espen beispielsweise hat sich zum international geschätzten Anlaufpunkt für Reisenden mit Wohnmobilen entwickelt.

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Mit der benachbarten Arena Geisingen, der ersten überdachten Inlinearena Deutschlands, und der geschickten Lage am Donauradwanderweg Donaueschingen-Ulm, verfügt Geisingen über weitere Anlaufstellen für internationale Gäste, was wiederum auch der heimischen Gastronomie und der Geschäftswelt zugutekommt.

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Ökologisches Handeln als Aufgabe

Thomas Braun
Thomas Braun | Bild: Stephan Rieger

Zu den Themen Naturschutz und Tourismus in der Region Geisingen betont Thomas Braun:

  • Ökologisches Handeln: Naturschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit Flora und Fauna ziehen sich heute mehr denn je wie ein roter Faden durch nahezu alle kommunalpolitischen Aufgabenstellungen. Naturschutz muss beständiger, aktiver Bestandteil unseres öffentlichen Zusammenlebens sein – oder in vielen Bereichen noch werden. Das fordert zum einen der Klimawandel, zum anderen vor Ort die Bürger, die auch in Geisingen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen und ökologisches Handeln einfordern.
  • Innenverdichtung wichtig: Deshalb lege ich beispielsweise sehr großen Wert darauf, dass die Ausweisung von neuen Wohn- und Gewerbeflächen auf ein erforderliches Minimum beschränkt wird und die Innenverdichtung Vorrang vor der Ausweisung neuer Flächen erhält. Zuerst innerörtliche Brachflächen nutzen, bevor kostbares Ackerland geopfert wird. Dazu gilt es auch, mit Einfühlungsvermögen auf die Besitzer solcher Brachen zuzugehen und sie davon zu überzeugen, im Interesse der Allgemeinheit Flächen für Bebeuung bereit zu stellen.
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  • Natur besser erlebbar machen: Die Natur soll einerseits weitestgehend geschützt, andererseits aber auch für Einheimische, Gäste und Touristen besser erlebbar werden. Deshalb möchte ich beispielsweise das Wander- und Radwegenetz in der Region Geisingen weiter ausbauen. Denkbar sind auch speziell auf Mountainbike-Fahrer zugeschnittene Strecken. Gerade auch für den neuen, stark zunehmenden Trend der Elektro-Fahrräder sollten wir da Angebote schaffen, um attraktiv zu bleiben. Auch die Donau im Bereich zwischen Gutmadingen und Kirchen-Hausen soll Erlebniswert gewinnen. Dazu zählt die Gestaltung des Freizeitgebiets Danuterra als Naherholungsgebiet für Jung und Alt.
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  • Tourismuswerbung forcieren: Was das Thema Tourismus anbelangt: Geisingen kann seine vielen Vorzüge gerade auch für Urlauber noch deutlich besser ausspielen als bisher. Wir leben in einer intakten, attraktiven Region, mit gesegneten Landschaften und herrlicher Kulisse. Dies alles in bester Erreichbarkeit und in attraktiver Lage zu sehr vielen anderen Tourismus-Magneten wie Bodensee und Schwarzwald. Diese Stärken sollten wir in unserer Tourismuswerbung deutlicher herausstellen und nutzen.
  • Aufenthaltsqualität verbessern: Wir können die Aufenthaltsqualität sowohl für Einheimische als auch Gäste und Touristen noch deutlich steigern, zum Teil mit unter Kostenaspekten sehr überschaubaren Maßnahmen. Was in Geisingen beispielsweise fehlt, ist eine öffentliche Toilette. Ein Zugewinn wäre auch die Realisierung von WLAN-Hotspots in der Kernstadt und den Ortsteilen, um die Anbindung an das mobile Internet zu gewährleisten. Dies käme Gästen und Bürgern gleichermaßen zugute.

Naturschutz und Klimaschutz als Chance

Martin Numberger
Martin Numberger | Bild: Stephan Rieger

Martin Numberger sagt zu den Themenfeldern Naturschutz und Tourismus im Bereich Geisingen:

  • Energieeffizienz: Naturschutz und Klimaschutz sind derzeit in aller Munde. Für uns vor Ort kann das eine Chance sein – in vielerlei Hinsicht. Die junge Generation erwartet, dass alle, die Verantwortung tragen, daran mitwirken, dass wir schonender mit unseren Ressourcen umgehen. Die Verbesserung der Energieeffizienz im städtischen Gebäudebestand steht für mich deshalb, auch aus Gründen des sachgerechten Umgangs mit Steuergeldern, auf jeden Fall auf der Agenda. Gemeinsam mit der Energieagentur des Landkreises Tuttlingen ist es unsere Aufgabe, auch die Bürger beim Thema Energieeinsparung aufzuklären und zu informieren.
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  • Naherholungsgebiete: Geisingen ist darüber hinaus die Gemeinde mit der drittgrößten Fläche im Landkreis Tuttlingen. Großartige Waldgebiete wechseln sich ab mit unseren Flussgebieten an der Donau, der Aitrach und vielen kleineren Bächen und weitläufigen Wiesen und Wäldern. Diese Flächen bieten auch Grundlage für unsere eigene Naherholung. Ich setze mich ganz klar für den Erhalt unserer Natur ein. Die Renaturierung des Donaualtarms sowie die Begehbarmachung der Donau sollten wir zeitnah unter dem Aspekt des Naturschutzes, aber auch zur Erhöhung der Lebensqualität umsetzen.
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  • Tourismus: Unsere Natur bietet jedoch auch viele Möglichkeiten für Erholungssuchende aus der Ferne. Wir werden sicherlich nicht zu einer Touristenhochburg werden; jedoch ist Geisingen schon heute stark durch den Donauradweg geprägt. Unser Ziel muss es sein, dass die Radler nicht nur durch das Städtle fahren, sondern auch anhalten, um unsere schöne Stadt zu genießen und um dann auch wiederzukommen. Der Tourismus in der Region und in Geisingen ist schon immer sehr naturorientiert. Welche Möglichkeiten sich daraus für die kommenden Jahre entwickeln lassen, das würde ich gerne mit den Akteuren im Umwelt- und Naturschutz sowie im Gastgewerbe diskutieren. Ich begrüße auch ausdrücklich die Planungen für einen Sport-Kultur-Natur-Ausschuss, der aber nicht nur mit Gemeinderäten, sondern auch mit sachkundigen Bürgern besetzt werden sollte. Wir können dankbar sein, dass sich bereits viele Mitbürger für unsere Natur einsetzen. Dieses Wissen gilt es zu bündeln und in weiterhin erfolgreiche Bahnen zu lenken. Nur dann wird unsere Raumschaft auch das sein, was sie heute ausmacht: Lebenswert und liebenswert.
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  • Land- und Forstwirtschaft: Nicht zu unterschätzen ist unsere heimische Land- und Forstwirtschaft. Wir können dankbar sein, dass sich in diesem Bereich viele Mitbürger im Haupt- und Nebenerwerb für unsere Natur einsetzen und unsere Kulturlandschaften hegen und pflegen. Gemeinsam mit allen Akteuren ist es mir ein Herzensanliegen, dass die wohnortnahe Versorgung wieder in den Fokus unserer Gesellschaft rückt.
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