110 Zentimeter in fünf Minuten, so schnell ist keine Schnecke. Runde 40 Meter wurde das neue Brückenteil mit hydraulischer Kraft auf vier großen Stahlträgern nach Westen geschoben. Genau vor den sogenannten großen Durchlass.

Seit April wird an dem Brückenteil gearbeitet

Die künftige Bahnüberführung wurde betoniert. Ein eingespieltes Team der Firma Schleith war von der Schalung und dem Betonieren der Bahnbrücke bis zum Schub dabei. Bevor das Brückenteil jedoch auf Wanderschaft gehen konnte, waren viele Arbeiten erforderlich. Der gesamte Untergrund musste ausgetauscht werden, Schotter wurde herbei gefahren und eingebaut. Darüber kamen dann Betonplatten, auf die – millimetergenau – vier große Stahlträger parallel verlegt wurden. Die Stahlträger wurden mit speziellem Gleitmittel versehen und nach einem Probeschub Anfang der Woche konnte es am gestrigen Freitag losgehen.

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Zwei große Hydraulikzylinder sorgten für den Schub. An jedem der Zylinder war ein Mitarbeiter, der dem Kollegen den genauen Hub mitteilte, den dieser musste gleichmäßig laufen. Sonst werden solche Bauteile oft mit großen Kränen eingehoben, aber das war in Geisingen nicht möglich – es fehlte schlicht der Platz.

Brücke noch nicht am richtigen Platz

Manch einer wird sich nun wundern, wenn er auf den Espen läuft, denn mit dem ersten Verschieben ist die Brücke noch nicht am richtigen Platz. Sie wird erst einmal abgesenkt und die Stahlträger werden entfernt. In der nächsten Woche folgen dann die Arbeiten am Fundament im Bereich des jetzigen großen Durchlasses – es geht in die heiße Phase.

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Am Donnerstag, 29. August, fahren die letzten Züge, anschließend ist die Strecke bis zum 8. September gesperrt. Pause haben die Arbeiter aber keine, denn es geht Tag und Nacht weiter. Die alte Bahnüberführung wird abgebrochen, Schienen für den nächsten Hub der neuen Brücke werden verlegt, bis das neue Bauwerk nach Norden an Ort und Stelle geschoben werden kann. Am Montag, 2. September, oder Dienstag, 3. September, soll dieser Einschub an den neuen Standort erfolgen.