Mit einem kleinen Paukenschlag endete die jüngste öffentliche Sitzung des Gemeinderats. Unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen“ wollte Stadtrat Andreas Heidel (Aktive Bürger) auf mündlichem Weg beantragen, die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Alte Gerbe um ein Jahr auf 2020 zu verschieben.

Zur Begründung führte Heidel an, dass sich die Ausgangslage zum Thema Kindergärten seit der Einrichtung des Provisoriums in einem Gebäude der Geisinger Schule, in dem der Kindergarten Am Stadtgraben für die Dauer der Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten am und im Kindergarten untergebracht ist, grundlegend geändert habe.

Seit der Inbetriebnahme dieses Provisoriums habe man, so Heidel, praktische Erfahrungen mit einem Kindergarten-Standort auf dem Schulgelände sammeln können. Seine Gespräche mit der Kindergartenleitung hätten gezeigt, dass das pädagogische Personal, aber auch die Kinder und Eltern den Standort auf dem Schulgelände durchaus zu schätzen wüssten. Insbesondere die Möglichkeit, für Kindergartenzwecke auf die bereits vorhandene Infrastruktur, wie den großzügigen Außenbereich mit seinen Spielgeräten und die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Sporthalle, zurückgreifen zu können, würde sehr positiv bewertet.

Wirtschaftliche Aspekte

Hinzu kämen, so Heidel weiter, wirtschaftliche Aspekte. Die jüngsten Erfahrungen mit der Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Am Stadtgraben hätten gezeigt, dass die Kosten für eine Altbausanierung unerwartet steigen können.

Zwar hätten die Aktiven Bürger seinerzeit die Entscheidung des Gemeinderats, sich auf die Kindergärten Am Stadtgraben und Alte Gerbe zu konzentrieren und Überlegungen für einen Kindergarten-Standort auf dem Schulgelände nicht weiter zu verfolgen, mitgetragen und dafür viel Kritik einstecken müssen. Angesichts der geschilderten geänderten Vorzeichen sei es jetzt aber an der Zeit, die Frage nach einem Standort auf dem Schulgelände erneut aufzugreifen, meinte Heidel. Das Kindergarten-Provisorium mindere deutlich den bisherigen Zeitdruck, so dass der Gemeinderat das Thema mit der gebotenen Ruhe aufgreifen und unter Einbindung von pädagogischen Fachleuten über ein Gesamtkonzept „Kindergärten in Geisingen“ behandeln könne.

Auf formlosem mündlichen Weg wollte Bürgermeister Walter Hengstler den Antrag der Aktiven Bürger nicht akzeptieren. Angesichts der Tragweite des Themas solle der Antrag schriftlich ausformuliert und eingereicht werden, damit er bei einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats im Dezember oder Januar in angemessener Tiefe und Breite behandelt werden könne, reagierte der Bürgermeister auf Heidels Vorstoß. CDU-Fraktionssprecher Hubert Seger kündigte bereits Fundamentalopposition gegen die Überlegungen und den Antrag der Aktiven Bürger an.