Bewegungsmangel bei Kindern ist heute selbst im ländlichen Raum an der Tagesordnung. Die deutsche Herzstiftung versucht, mit Seilspringen die Lust an der Bewegung zu wecken. Denn Bewegung und Sport ist gut für die Gesundheit. „Viele Kinder leiden heute an Übergewicht und Bewegungsmangel, aber auch an falscher Ernährung“, wie Vera Sulzmann bei der Präsentation der Aktion in der Geisinger Festhalle deutlich machte. Sie probte mit den beiden vierten Klassen verschieden Übungen. Das Seilspringprojekt der Deutschen Herzstiftung weckt und fördert den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder. „Bewegung und richtige Ernährung im Kindesalter verringert das Risiko an Herzerkrankungen im späteren Alter“, unterstrich die Expertin.

Nach dem zweistündigen Workshop standen Übungen an, die den Drittklässlern vorgeführt wurden, denn sie sind im nächsten Jahr die Akteure und durften auch gleich nach der Vorstellung der Viertklässler ebenfalls mit Springseilen Bekanntschaft machen.

Seilspringen macht Schule, in den vierten Klassen bietet die Herzststiftung einen Workshop an. Die Schüler lernen dabei auch recht schwierige Übungen mit zwei Seilen, die von den Lehrern Nadine Geiger, Marion Berger-Erbis und Petra Hippe (von links) sowie Vera Sulzmann von der Herstfiftung geführt werden.
Seilspringen macht Schule, in den vierten Klassen bietet die Herzststiftung einen Workshop an. Die Schüler lernen dabei auch recht schwierige Übungen mit zwei Seilen, die von den Lehrern Nadine Geiger, Marion Berger-Erbis und Petra Hippe (von links) sowie Vera Sulzmann von der Herstfiftung geführt werden. | Bild: Paul Haug

Die Geisinger Grundschule hat, um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, noch ein anderes Projekt ins Leben gerufen. Gestartet wurde damit mit der Klasse 1b. Jeden Mittwoch sind die Schüler mit Nordic Walking-Stöcken unterwegs, und zwar für eine Stunde. Lehrerin Marion Berger-Erbis betont, dass die Schüler danach ganz anders konzentriert im Unterricht seien. „Viele Schüler, gerade in der ersten Klasse, haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und auch einmal ruhig zu sitzen“, sagt Berger-Erbis. Und wie die Pädagogin weiter berichtet, sei bereits in der ersten Klasse der Bewegungsmangel feststellbar. Bei den Mädchen noch mehr als bei den Buben, die doch mal öfters miteinander Fußball spielen. „Wir wandern fast bei jedem Wetter, nur wenn es buchstäblich Katzen hagelt, nicht“, betont Marion Berger-Erbis. Der Wunsch ist natürlich, diese Aktion mit mehr Klassen durchzuführen. „Aber hierzu fehlen uns von der Schule die Lehrer, denn mindestens zwei Begleitpersonen müssen dabei sein“, bedauert die Pädagogin. Von der Ganztagesbetreuung ist derzeit noch Christina Dorn dabei.

Wünschenswert wäre, dass sich einige Eltern melden würden, um die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer zu begleiten. „Es trifft dann jeden vielleicht zweimal im ganzen Schuljahr, das müsste doch zu schaffen sein“, rechnet Marion Berger-Erbis vor. Es können aber auch Großeltern mit und die Schüler begleiten. Vielleicht fehlt es dann an den Nordic-Walking-Stöcken, aber auch dieses Problem ist lösbar.
Mit der Aktion werden ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, Bewegung für die Kinder in einer Gruppe und bessere Konzentration und Lernfähigkeit im Unterricht.