Welchen Weg die Stadt Geisingen vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung einschlagen will, damit die Stadt und ihre Bürger auf kommunaler Ebene möglichst umfangreich von den technischen Segnungen profitieren können, beschreibt die Digitalisierungsstrategie „Geisingen 2025+ digital“. Kernstück dieses Strategiepapiers, das der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung verabschiedet hat, ist ein nach Lebensbereichen geordneter Maßnahmenkatalog.

Mit „Querschnittsmaßnahmen der Digitalisierung“ tituliert der Maßnahmenplan einen Bereich, in dem Maßnahmen geplant und umgesetzt werden sollen, die letztlich die Grundlagen für alle weiteren anvisierten Aktionen auf dem Feld der kommunalen Digitalisierung schaffen.

Dazu zählt in allererster Linie Schaffung eines leistungsfähigen Glasfasernetzes, für das die Planungen sowohl auf Kreisebene als auch für die Region Geisingen bereits laufen und auch erste Arbeiten bereits in Angriff genommen worden sind. Außerdem sollen ein oder mehrere Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine Qualifizierung zu so genannten „Kommunalen Digitallotsen“ durchlaufen, die den digitalen Wandel in Geisingen aktiv begleiten und die Verwaltung in der Fläche für die Digitalisierung fit machen sollen. Mit Blick auf den Schutz von personen- und unternehmensbezogenen Daten sollen darüber hinaus mit Hilfe eines so genannten Cybersicherheit-Checks die IT- und Sicherheitsstandards überprüft werden.

Im Bereich der Infrastruktur sieht der Maßnahmenkatalog die Einführung von WLAN-Hotspots und „intelligenter“ Straßenbeleuchtung vor. Ein öffentliches WLAN-Netz biete, wird argumentiert, Mehrwert für die Stadt, ihre Einwohner, Touristen und Gäste. Ein „smartes“ Straßenbeleuchtungssystem soll künftig das Licht dämmen, Strom sparen und die Umwelt schonen.

Im Bereich Verwaltung und Bürgerservice soll das diditale Leistungsangebot des Bürgerservice bedarfsgerecht weiter ausgebaut werden. Ebenfalls vorgeschlagen wird die Einführung eines Ratsinformationssystems sowie eines Dokumentenmanagementsystems und eines Bauhofprogramms mit Auftragsverwaltung.

Im Bereich Bildung, Gesellschaft und Mobilität soll die digitale Ausstattung der Bildungseinrichtungen – das sind vorrangig Kindergärten und Schulen – gezielt ausgebaut werden, sowohl was die Bestückung mit Hard- und Software als auch die Qualifizierung des Personals anbelangt. Auch eine Bürger-App, mit der alle wesentlichen Informationen aus und über Geisingen auf mobilen Endgeräten bezogen werden können, findet sich in der Maßnahmenliste. Darüber hinaus soll ein Online-Bürgerbeteiligungsportal die Möglichkeit eröffnen, kommunalpolitische Fragestellungen zu diskutieren. Außerdem soll die Einführung einer Online-Mitfahrzentrale geprüft werden. Rund 3 450 Menschen pendeln täglich von oder nach Geisingen zur Arbeit. Eine Online-Mitfahrzentrale könnte, lautet die Überlegung, dazu beitragen das innerörtliche Verkehrsaufkommen zu senken.

Weil nichts beständiger als der Wandel ist, gerade wenn es um die Digitalisierung geht, soll die Digitalisierungsstrategie der Stadt Geisingen regelmäßig überprüft, fortgeschrieben und an neue Entwicklungen angepasst werden.

Der Gemeinderat erteilte dem Strategiepapier in Sachen Digitalisierung seinen Segen.

Mehrere Stadträte, darunter Hubert Seger (CDU), Paul Haug (FW/FDP), Volker Fromm (SPD) und Andreas Heidel, verwiesen in der Sitzung darauf, dass das schnelle, leistungsstarke Internet in Form eines Glasfasernetzwerks die grundlegende technische Voraussetzung für praktisch alle in der Digitalisierungsstrategie hinterlegten Maßnahmen darstelle.