Ein Jahr hat nunmehr die Schmiede in Geisingen geöffnet. Ein Jahr mit rund 30 Aktionen und Veranstaltungen mit regionalen und internationalen Akteuren und Künstlern liegt hinter dem Kulturtreff. Die Initiatoren Daniela und Holger Stoffler haben zum einjährigen Bestehen einige Freunde und Stammgäste eingeladen, nicht nur um das Einjährige zu feiern, sondern auch, um Bilanz zu ziehen.

Eine Bilanz in doppelter Hinsicht. Die Idee, die Hauptstraße mit Leben zu erfüllen, war der Auslöser für das Projekt Schmiede. Als ob die beiden Geisinger nichts Besseres zu tun hätten, als sich um die vier Kinder zu kümmern, und für den Lebensunterhalt der sechsköpfigen Familie (bald ist weiterer Nachwuchs angesagt) zu sorgen, gilt es ja noch für beide einem Beruf nachzugehen. „Denn aus der Schmiede kann weder ein Gewinn erwirtschaftet werden, noch trägt sich das Projekt selbst. Denn neben der Miete kommen ja noch weitere Kosten hinzu“, sagt Holger Stoffler, der als Wirtschaftsinformatiker arbeitet. Dies ist die nüchterne Bilanz des einjährigen Engagements der Schmiede im Bereich Finanzen.

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Kulturell und gesellschaftlich sieht die Bilanz anders aus. Kultur trägt sich halt nicht, welche Kommune hat für ein Kulturprogramm einen Überschuss im Haushalt? Gesellschaftlich hat die Schmiede die Hauptstraße aufgewertet. Vor einem Jahr haben die Stofflers bei der Eröffnung gesagt: Seien Sie willkommen im neuen Wohnzimmer der Hauptstraße“. Leerstand wird nun mit Leben erfüllt, es soll ein Ort der Wertschätzung von Künste und Künstler aller Art werden.

Die Idee des Ehepaares Stoffler ist es, Künstlern, vorwiegend Hobbykünstlern, eine Chance zu geben, ihre Arbeiten zu präsentieren und zum Verkauf anzubieten. 30 von diesen Hobbykünstler bieten ihre Werke und Arbeiten in der Schmiede an. „Es ist für jeden was dabei. Wichtig sind aber auch die sozialen Kontakte“, sagt Daniela Stoffler. Zwei dieser Anbieter von Hobbyarbeiten sind Marion Kurz und Claudia Müller-Limberger. Beide sind froh, die Schmiede zu haben. Und beide wie auch andere Anbieter sorgen dafür, wenn die Stofflers im Urlaub sind, dass die Schmiede geöffnet ist.

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Bei den kreativen Veranstaltungen von Buchautoren-Lesungen bis hin zu Events, die die kleine Räumlichkeit buchstäblich sprengen, ist alles dabei. Internationale Künstler etwa, die die Schmiede gerne als zusätzlichen Auftrittsort zwischen Veranstaltungen in Deutschland und der Schweiz nutzen. „Und dass es ihnen gefallen hat, zeigen erneute Anfragen und Terminbuchungen“, wie Holger Stoffler betont. In der Schmiede finden auch Kurse von Fremdanbietern statt, wie derzeit gleich zwei Qi Gong-Kurse.

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Beim Ferienprogramm ist die Schmiede dabei, ein Fasnetworkshop für Kinder gab es, es ist immer etwas geboten. Über das Straßenfest war hier eine Fotoausstellung von Markus Uhrig und Cedric Casper zu sehen, die gut besucht war.

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„Bei aller Liebe zur Kultur und auch zur Bekämpfung von Leerständen in der Hauptstraße, finanziell dauerhaft drauflegen kann sich niemand leisten“, wie Daniela und Holger Stoffler betonen. Das Defizit hält sich nur deshalb in Grenzen, weil sie noch finanziell gesponsert werden. An Fasnacht hat sich die Schmiede umbenannt „Der Kranz hat wieder geöffnet“, der Kranz war früher in den Räumlichkeiten eine der vielen Geisinger Gaststätten. Und bei dieser Veranstaltung war die Schmiede brechend voll.

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„Wir machen weiter“, bekräftigt Daniela Stoffler, die Art der Veranstaltungen soll etwas geändert werden, um die Ausgaben zu minimieren und dadurch dem zweiten Ziel näherzukommen, dass sich die Schmiede selbst trägt. Kulturell jedenfalls hat die Schmiede zweifellos für eine Bereicherung der Hauptstraße und Geisingens gesorgt.

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