Die drei Jungstörche in der Region Geisingen, zwei in Aulfingen und einer in Geisingen, wurden jetzt beringt. Die zwei Aulfinger Jungstörche sind noch einiges jünger als der Geisinger. Da der Geisinger Jungstorch allein im Nest sitzt und genügend Nahrung hat, dürfte dieser bald die ersten Flugversuche machen und dann ist eine Beringung nicht mehr möglich.

Viele Jahre lang war Friedrich Widmann aus Neudingen kompetenter Ansprechpartner in Fragen rund um die Störche der Baar, er gab im letzten Jahr sein Amt aus Altersgründen ab. Sein Nachfolger als Baaremer Storchenvater, Manfred Bartler aus Hochemmingen, ist mit 61 Jahren 23 Jahre jünger als Widmann, und wenn er das Amt des Storchenvaters auch solange ausübt wie Widmann, dann wird er die nächsten 23 Jahre unzählige Male im Korb einer Feuerwehrdrehleiter sitzen und die Jungstörche beringen. Bartler war jetzt erstmals in seiner neuen Funktion in Geisingen und beringte die kleinen Störche.

Sie unterhalten sich angeregt, der Geisinger Bauhofleiter Karl Cech (links) und Manfred Bartler, der die Jungstörche beringt. Er hat hier das Kästchen mit den Ringen in der Hand.
Sie unterhalten sich angeregt, der Geisinger Bauhofleiter Karl Cech (links) und Manfred Bartler, der die Jungstörche beringt. Er hat hier das Kästchen mit den Ringen in der Hand. | Bild: Paul Haug

Da die Geisinger Feuerwehr bislang noch keine eigene Drehleiter hat, holt man Hilfe aus Tuttlingen, früher kam die Drehleiter aus Trossingen. Sofern die Wehr dann gerade keinen Einsatz hat, kann sie zum vereinbarten Zeitpunkt anrücken und die Leiter in Stellung bringen. An der Nikolausstraße war der erste Halt, der Geisinger Jungstorch war das Ziel. Bartler lässt sich mit dem Korb von oben in Richtung Nest absenken. „Dann erschrecken die Tiere weniger und stellen sich gleich tot“, meint er. Je näher er mit dem Korb Richtung Horst kommt, umso aufgeregter sind die Alttiere und fliegen davon.

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Manfred Bartler ist inzwischen Rentner, der Rettungskorb der Feuerwehr ist ihm nicht fremd, gehört er doch seit 40 Jahren der Feuerwehr Bad Dürrheim beziehungsweise Hochemmingen an. Es war die erste Beringung, die Bartler in der Region Geisingen vornahm. Aber nicht der erste Gemeindebesuch, oft steht er mit seinem Spektiv (Beobachtungsfernrohr) irgendwo auf einer Anhöhe und beobachtet die Horste der Störche. Was ihn natürlich zuerst interessiert, ist die Kennzeichnung der Störche, sofern man diese lesen kann. Ist der Storchenmann oder die Storchendame schon Stammgast in diesem Nest, oder sind sie neu? Diese Fragen versucht er zu klären. Die meisten Störche werden beringt. „Ausnahmen gibt es, wenn die Horste etwa so hoch sind, dass man diese mit einer Drehleiter nicht erreicht“, sagt Bartler. Während der Brutzeit ist er wieder unterwegs und beobachtet die Horste erneut. Er warnt eindringlich davor, die Horste mit einer Drohne zu beobachten, die Störche fühlen sich dadurch gestört und verlassen das Nest endültig, egal ob dort noch Eier oder gar Jungtiere sind.

Der Gutmadinger Nachwuchs ist wie viele Jungstörche in der Region vor wenigen Wochen mehr oder weniger erfroren, auch ein Geisinger Jungtier erlitt das gleiche Schicksal.