Er hat einen Trabi zum Tretmobil umgebaut, ist damit vom Geisinger Mühlentor zum Brandenburger Tor in Berlin gestrampelt und hat während dieser Tour Spenden zugunsten an Multipler Sklerose Erkrankter eingefahren. Auch als Gewinner des Musikwettbewerbs "Närrischer Ohrwurm" hat er auf sich aufmerksam gemacht.

Wo sein "Feierbus", ein ehemaliges Feuerwehrfahrzeug, auftaucht, ist ausgelassene Partystimmung angesagt. Und mit einer Schar Helfern zieht er, Heinzelmännchen nicht unähnlich, Verschönerungsaktionen, beispielsweise auf dem Kreisverkehr beim Geisinger Pflegeheim, durch.

Jetzt hat er sich ein neues Ziel gesetzt: Der als Dienstleister rund um Haus und Hof tätige Braun will als Hausherr ins Geisinger Rathaus einziehen und wirft seinen Hut in den Ring bei den anstehenden Wahlen zum neuen Geisinger Bürgermeister.

Die Rede ist von Thomas Braun. Er will bei den Wählern insbesondere mit ausgeprägter Bürgernähe und als Kümmerer punkten, der, wie Braun sagt, "Probleme erkennt, benennt und unmittelbar anpackt".

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Der 50-jährige gelernte Landwirt ist in Geisingen geboren und aufgewachsen, hat in seiner Geburtsstadt die Schule besucht, war als Ministrant und beim Jugendrotkreuz aktiv. Er ist seit 1992 verheiratet und hat 1998 mit Frau Ulrike und Tochter Klara ein Eigenheim im Geisinger Ortsteil Kirchen-Hausen bezogen.

Er sei, sagt Thomas Braun im Gespräch mit dem SÜDKURIER, sehr stark heimatverbunden – und daher rühre letztlich auch seine Motivation, sich um das Geisinger Bürgermeisteramt zu bewerben. Er wolle, bekräftigt Braun, seine Heimatregion zu neuer Stärke führen: "Die Region Geisingen hat noch viel Potential und das möchte ich gerne gemeinsam mit den Einwohnern, dem Gemeinderat und den Ortschaftsräten heben."

Thomas Braun versteht sich als Macher, der Aufgabenstellungen und Probleme nicht auf die lange Bank schiebt, sondern möglichst schnell anpackt. "Ich habe den Eindruck, dass in der Kommunalpolitik sehr viel Zeit für Planungen aller Art aufgewendet wird, aber bis tatsächlich etwas passiert, dauert das eine gefühlte Ewigkeit.

Dabei ließen sich, davon bin ich felsenfest überzeugt, viele Dinge schnell und mit überschaubarem finanziellem Aufwand bewerkstelligen", meint Braun, der seit geraumer Zeit regelmäßig die Sitzungen des Gemeinderats als Besucher verfolgt.

Anpacken will Thomas Braun, sofern ihn das Wählervotum als Bürgermeister ins Geisinger Rathaus bringt, beispielsweise die Situation in der Geisinger Innenstadt, die er "aus ihrem Dornröschenschlaf wecken" will.

Das Stadtbild will er nachhaltig verbessern, nicht zuletzt mit Blick auf gesteigerte Aufenthaltsqualität für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Die Ortsteile sollen dabei keineswegs ins Hintertreffen geraten, ganz im Gegenteil: "Ich betrachte Geisingen und seine Ortsteile als eine Einheit. Wir brauchen wieder mehr Gemeinschaftssinn – und den möchte ich gerne schüren", betont Thomas Braun.

Dass er kein ausgesprochener Verwaltungsfachmann ist, ficht ihn nicht an. "Ich denke, als Bürgermeister ist es wichtiger, nah bei den Bürgern zu sein und Ziele vorzugeben, um die Details kümmern sich die Fachleute in der Stadtverwaltung."

Bürgernähe will Thomas Braun bereits im aufziehenden Wahlkampf praktizieren. Derzeit arbeitet er an seiner Wahlkampftour, die ihn durch die gesamte Region Geisingen und zu möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen führen soll.

Näheres dazu wollte er sich noch nicht entlocken lassen. Klar ist aber jetzt schon: Der "Feierbus" wird zum Wahlkampfmobil umfunktioniert, Thomas Braun meint es ernst mit seiner Bürgermeister-Bewerbung.