Fortsetzung einer gelungenen Premiere in der evangelischen Markuskirche: Zum zweiten Mal feierten hier Drittklässler Konfirmation. Konfi-3 ist vergleichbar mit dem Weißen Sonntag der katholischen Pfarrgemeinden. Mit den Unterschied, dass die Erstkommunikanten entweder einheitliche Gewänder tragen oder die Mädchen Festkleidchen. In einigen Kirchengemeinden im Dekanat Tuttlingen werden die Konfi-3-Feiern seit längerem durchgeführt. Wie Pfarrer Thomas Gerold betonte, wurde mit der Konfi-3 in Geisingen ein entsprechender Beschluss der Landessynode von 2001 umgesetzt wird. "Die Landessynode hat sich nicht für ein Kinderabendmahl ausgesprochen, sondern dafür, dass Kinder in die Abendmahlspraxis und -frömmigkeit der Kirche hineinwachsen sollen", erklärte Gerold. Dies könne nicht ohne Vorbereitung geschehen, deswegen stehe neben der Einladung aller Getauften zur Feier des Heiligen Abendmahls die Notwendigkeit, dass Kinder für die Teilnahme vorbereitet sein müssen.

Für diese Vorbereitung gibt es viele Möglichkeiten. So war analog der Kommunionvorbereitung die Konfi-3-Vorbereitung vorwiegend von Tischmüttern gestaltet worden. Im Reformationszeitalter lassen weder die Bekenntnistexte, noch die neuen Kirchenordnungen eine Bindung der Abendmahlszulassung an ein bestimmtes Lebensalter erkennen. "Aber in vielen evangelischen Gebieten bürgerte sich mit der Einführung der Konfirmation das entsprechende Alter als Mindestalter für die Abendmahlsteilnahme ein. Und dies war das achte Schuljahr, in diesem Alter wurden die Jugendlichen dann konfirmiert", so der Pfarrer. Das soll aber weiterhin so bleiben, die Konfirmation als Konfi-8. Damit seien viele Fragen, was es denn mit Konfi-3 und Konfi-8 auf sich habe, beantwortet.

„Die erste Begegnung mit dem Abendmahl und der Kirche in der achten Klasse ist zu spät, eine frühere Begegnung mit der Kirche ist sehr gut“, führt Thomas Gerold weiter aus. Seit September wurden die Kinder auf dieses Fest vorbereitet, das sicherlich noch im Schatten der Konfirmation der achten Klasse oder des entsprechenden Alters steht. Es muss sich langsam auch in den Köpfen der Gemeindeglieder festsetzen, dass Kinder der dritten Klasse nach einer Vorbereitung zum Abendmahl zugelassen sind. "Pädagogische und entwicklungspsychologische Gründe überzeugen immer mehr, dass weniger im Konfirmandenalter, sondern im Grundschulalter ein Zugang zur Feier und zur Wahrheit des Sakraments leichter möglich wird", so Gerold abschließend.