"Land unter" hieß es in Geisingen am Sonntagabend. Ein plötzlich einsetzendes Gewitter mit sintflutartigem Regen führte zu überschwemmten Straßen, Kellern und Garagen. Punktuell setzte der Starkregen am Abend im Bereich Sonnenhalde ein, die am Roßberg liegt. "Genau dort hat es über 50 Liter innerhalb kürzester Zeit geregnet", wie Anwohner Rolf Haberer betont. Auch vor seinem Haus stand das Wasser. Das Wasser lief den Roßberg hinunter, durch Gärten und dann in die Keller.

Auch der Wildtalbach suchte sich seinen Weg. Die Rohre der Überfahrten im hinteren Bereich der Wildtalstraße waren zu klein für die anfallenden Wassermassen, hinzu kam Wasser, das über die Wiesen durch die Gärten lief. Besonders betroffen war hier die Erdgeschosswohnung von Tanja Waldvogel. „Ich hatte nicht einmal Zeit, meine Gummistiefel anzuziehen, so schnell kam das Wasser“, betonte sie noch vom Schock gezeichnet.

Im Bereich der Sonnenhalde galt es dann den Wassermassen teilweise einen anderen Weg zu geben als durch die Gärten und Kellerfenster.

Schnell wurde der Geisinger Feuerwehr klar, dass hier Verstärkung angefordert werden muss, was dann auch mit den Stadtteilwehren aus Leipferdingen, Aulfingen und Kirchen-Hausen vorgenommen wurde. Die Gutmadinger Wehr hatte ebenfalls mit überfluteten Straßen zu kämpfen, der Krähenlochbach suchte sich seinen Weg über die Waldstraße. Da kam gleich die Erinnerung älterer Wehrmänner auf, als sich vor über 50 Jahren bei einem Unwetter im Krähenloch tosende Wassermassen durch den Ort wälzten, doch glücklicherweise war es am Sonntag nicht gar so schlimm.

Zusätzlich zu den Stadtteilwehren wurden noch die Immendinger und Ippinger Feuerwehren zur Verstärkung angefordert. Mit Radladern wurden Sandsäcke herbeigefahren und überall Pumpen und Wassersauger eingesetzt. Den betroffenen Hauseigentümern halfen Verwandte, Freunde und Bekannte beim Aufräumen und vor allem beim Beseitigen des Wassers und der Schäden.

Der Wildtalbach suchte sich seinen Weg über die Wildtalstraße, nahm zwar immer wieder bei jedem Straßeneinlauf etwas ab, bog in der Hauptstraße dann in Richtung Postplatz ab und suchte sich dort seinen Weg beim Malerbetrieb Scheuble in Richtung Donau.

Bei der Firma Bühler-Stahlbau an der Jakob-Barth-Straße drückte das Wasser von Norden durch die Autobahn. Bei den Firmen Trokamed und SGA in der kleinen Breite war jeweils ein kleiner See im Hof zu sehen. "Das Wasser im Gebäude war minimal", betonte Trokamed-Firmenchef Karl-Heinz Tröndle. „Gerade noch mal gut gegangen“, sagte er. Überschwemmt waren auch die Straßen am Wartenberg, auch dort entluden sich die Regenwolken.

Über die Wiesen des Wartenbergs suchten sich die Wassermassen ihren Weg in Richtung Mühlenweg und Kötach. Der Mühlenweg war dadurch am Sonntagabend kurzzeitig regelrecht überschwemmt. Der kleine See, der sich hier gebildet hatte, führte dazu, dass der Mühlenweg einige Zeit für den Verkehr gesperrt werden musste.

Noch in der Nacht begann das große Aufräumen, wobei auch viele freiwillige Helfer im Einsatz waren und halfen, wo es galt, Keller trocken zu legen. "Das Zusammenspiel zwischen den Hilfsorganisationen und Feuerwehrabteilungen hat hervorragend funktioniert", zog Geisingens Gesamtkommandant Andreas Benz am Montagmorgen eine erste Bilanz. Sechs Keller waren laut Benz an der Sonnhalde vollgelaufen, an der Wildtalstraße war es ein Keller. Verletzt wurde bei dem abendlichen Hochwasser niemand.

Einsatz in Zahlen

Mit einem Großaufgebot waren die Freiwilligen Feuerwehren beim Hochwasser in Geisingen gefordert. "Insgesamt 88 Wehrleute aus Geisingen und den Ortsteilen waren im Einsatz", informierte Geisingens Gesamtkommandant Andreas Benz. Vier Mann des Geisinger Bauhofteams waren mit Bagger und Radlader tätig, vom THW Tuttlingen waren drei Fachberater vor Ort. Ein Bild verschafften sich auch Bürgermeister Walter Hengstler und der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Vorwalder. Geholfen haben auch viele Privatleute an den Einsatzstellen. (ph)