Paukenschlag vor der Bürgermeisterwahl am 30. Juni: Walter Hengstler, der seit 16 Jahren an der Spitze der Stadt Geisingen steht, hat am Montag seine Bewerbung für eine dritte Amtszeit überraschend zurückgenommen. Bekannt wurde sein Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der Sitzung des Gemeindewahlausschusses, der gestern Abend im Rathaus unter dem Vorsitz von Hauptamtsleiter Thomas Schmid tagte.

„Bürgermeister Walter Hengstler hat heute Morgen um 9.10 Uhr seine Kandidatur schriftlich zurückgezogen“, informierte Schmid, der zu den Hintergründen nichts weiter sagen konnte. Walter Hengstler selbst nahm an der Sitzung nicht teil und war gestern Abend auch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Somit ist es amtlich: Nur noch zwei Bewerber um das Amt des Geisinger Bürgermeisters treten zur Wahl in knapp vier Wochen an: Der selbstständige Hausdienstleister Thomas Braun (50 Jahre) aus Kirchen-Hausen, der als Geisinger Original gilt und der Überlinger Jurist Martin Numberger (36 Jahre). Die Einreichungsfrist für die Bewerbungen zur Bürgermeisterwahl am Sonntag, 30. Juni, endete gestern Abend um 18 Uhr. Der Gemeindewahlausschuss traf sich gestern Abend im Anschluss zu einer öffentlichen Sitzung im Rathaus, um die eingegangenen Bewerbungen auf ihre Gültigkeit zu prüfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Doch vorher verpflichtete Schmid die Mitglieder des Gemeindewahlausschusses per Handschlag auf ihr Ehrenamt. Die erste Bewerbung wurde am 13. April, gleich zu Beginn der Bewerbungsfrist um Mitternacht, vom Geisinger Original Thomas Braun in den Rathausbriefkasten geworfen. Der seit 16 Jahren amtierende Bürgermeister Walter Hengstler zog am gleichen Tag, im Laufe des Vormittags, gegen 10 Uhr nach, und deponierte ebenfalls seine Bewerbungsunterlagen im Briefkasten des Rathauses. Der 55-jährige Diplom-Verwaltungswirt hatte bekanntlich bereits im Januar öffentlich angekündigt, für eine dritte Amtszeit als Geisinger Bürgermeister zu kandidieren. Die dritte Bewerbung schließlich warf Martin Numberger aus Überlingen am 28. Mai morgens um 11 Uhr in den Briefkasten des Geisinger Rathauses.

Das könnte Sie auch interessieren

Da alle erforderlichen Unterlagen, wie beispielsweise die Wählbarkeitsbescheinigung, vollständig vorhanden waren, wurden die Bewerbungen der beiden Kandidaten zugelassen. Da Walter Hengstler seine Bewerbung zurückzog, musste auch nicht per Los entschieden werden, ob Brauns oder Hengstlers Name zuerst auf dem Wahlzettel steht.

Das könnte Sie auch interessieren

Bis Punkt 18 Uhr hatte Hauptamtsleiter Thomas Schmid den Briefkasten des Rathauses fest im Blick, doch keine weitere Bewerbung wurde eingereicht. Die Stimmzettel, so Schmid, gehen schnellstens in Druck. Die Sitzung des Gemeindewahlausschusses war innerhalb von acht Minuten beendet. Zwei Zuschauer verfolgten die Sitzung: Stadtrat Hubert Seger und Bürgermeisterkandidat Thomas Braun.

Das könnte Sie auch interessieren

Walter Hengstler, der bei den Kreistagswahlen wieder für die CDU in den Kreistag gewählt wurde, kam in Geisingen zur Welt und wuchs in Öfingen auf. Er wurde im Juni 2011 zum zweiten Mal zum Geisinger Bürgermeister gewählt. Vor acht Jahren erzielte er bei einer Wahlbeteiligung von 38 Prozent 86,8 Prozent der Stimmen, sein damaliger Mitbewerber Alexander Wilke erzielte 11,2 Prozent. Bevor Hengstler 2003 für eine erste Amtszeit zum Geisinger Bürgermeister gewählt wurde, war er ab 1986 bei der Stadt Bad Dürrheim tätig, 1994 folgte der Wechsel in die Gemeindeverwaltung Brigachtal, 2002 übernahm Hengstler in Donaueschingen die Leitung der Stadtkämmerei.