Das digitale Klassenzimmer hat Geisingen erreicht: Computer an der Grund- und Werkrealschule gehören nun der Vergangenheit an. Die Zukunft gehört dem praktischen Tablet, das sich auch in immer mehr Bereichen des Alltags als praktischer Helfer findet.

„Die Computer der Geisinger Grund- und Werkrealschule sind inzwischen überaltert, die Halbwertszeit liegt bei rund zehn Jahren, nach denen damit kaum noch ein Unterricht möglich ist“, erklärte Schulleiter Jürgen Tränkler mit Blick auf die neuen Tablets.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat im Oktober angekündigt, ein Modernisierungsprogramm für Computer und IT-Technologie zu starten und in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Euro hierfür auszugeben. Es sind aber bisher nur Absichtserklärungen der Ministerin, die das Digitalisierungsprogramm in die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 einbringen will. Der Bund sieht sich, so Wanka, als Schrittmacher, sie verwies auf Studien, nach denen Deutschland sowohl bei Computer-Kompetenzen, als auch bei der IT-Ausstattung von Schulen nicht an der Spitze liege.

Die Geisinger Schule hat aber nicht auf mögliche Programme des Bundes gewartet, sondern gehandelt. Innerhalb des Schuletats wurden nun 30 Tablets gekauft, der Kostenaufwand liegt laut Tränkler bei knapp 10 000 Euro. Das digitale Klassenzimmer ist in Geisingen an der Grund- und der Werkrealschule so nun Realität geworden. Die Geisinger Schule hat zudem mit Petra Hippe eine Pädagogin, die sich intensiv mit Computerkompetenzen auskennt. Viele Stunden, auch nach dem Unterricht hat sie zugebracht, die Tablets einzurichten und zu programmieren.

Was nun noch fehle, so Jürgen Tränkler, sei schnelles Internet. „Wir haben Internet und W-Lan, aber schnell schreibt man anders“, unterstrich der Rektor. „Wir sind eine der ersten Schulen der Region, die von technisch veralteten und überholten PCs auf Tablets umsteigen. Diese Technik ist günstiger, aber vor allem individuell einsetzbar, man ist nicht mehr an den Computerraum gebunden“, so Tränkler weiter.

In neuen Schulen gibt es auch keine Tafeln und Kreide mehr, sondern Whiteboards. „Das ist in Geisingen noch nicht realisiert, diese Geräte sind noch technisch anfällig“, sagte Tränkler. Diese neue Technik sei erst geplant, wenn die Restsanierung der Geisinger Schule anstehe, die ja Kosten einschließlich dieser technischen Erneuerung nach einem bisherigen Kostenvoranschlag von 1,9 Millionen allein für den Bauabschnitt I erfordert. Bisher wurden dort nur das Dach, die Fenster sowie drei Fassaden saniert, außerdem wurden die Räume teilweise mit Brandschutzmaßnahmen versehen und die sanitären Anlagen wurden saniert. Wann der große nächste Schritt kommt, ist noch offen, man plant aber bei der Stadt weiter, um mögliche Förderprogramme ausschöpfen zu können. Die Geisinger Grund- und Werkrealschule war vor Jahren eine der ersten Schulen dieser Schulart, die einen Computerraum hatte und die Haupt- und Werkrealschüler mit und an dem damals neuen Medien unterrichtete. Kurt Sibold, der damals in Geisingen wohnte, hat die damalige Einrichtung des Computerraumes maßgeblich ermöglicht.

Das Projekt

Die Grund –und Werkrealschule Geisingen hat als eine der ersten Schulen im ganzen Landkreis Tuttlingen von den technisch überalterten Personalcomputern auf handliche Tablets umgestellt. 30 Tablets wurden von der Schule gekauft, wobei sich mehrere Schüler, nach Klassen unterschieden, ein Tablet teilen. Die Schüler gehen jeweils mit einem anderen Kennwort in das Programm. Die Geisinger Schule war eine der ersten vor über zwei Jahrzehnten, die Computer hatte, bei der Werkrealschule war Unterricht mit dem Computer Lern- und Prüfungsfach. Inzwischen sind auch die Grundschüler mit dabei. (ph)