Der größte Arbeitgeber Geisingens, die Firmengruppe Pajunk, hat aufgrund der Corona-Pandemie buchstäblich den gesamten Betriebsablauf verändert. Aber: Beim renommierten Medizintechnikhersteller wird weiter produziert, entwickelt, geforscht und beraten, wenn auch vieles mit Einschränkungen und Veränderungen.

„Die Firmengruppe Pajunk ist ein System relevanter Betrieb des Gesundheitswesens, die Produktion wird unter erschwerten Bedingungen aufrecht erhalten, solange dies möglich ist“, informierte Geschäftsführerin Simone Pajunk-Schelling auf Anfrage. Bei der Geschäftsleitung stehe an vorderster Stelle der Schutz der Mitarbeiter im Fokus. So hat die Firma in sämtlichen Bereichen einen Zwei-Schicht-Betrieb eingeführt. Aus diesem Grund sieht man in den Gebäuden am Abend länger Licht brennen und auf den Parkplätzen nur etwa die Hälfte an Autos. Erkranken Mitarbeiter einer Schicht, kann die andere Schicht immer noch die Produktion aufrecht erhalten, wenn auch in reduziertem Umfang.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Firma hat laut Simone Pajunk-Schelling auch mit anderen erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Dazu zählt die Rohstoffversorgung, die derzeit noch gesichert ist, aber manche Komponenten werden zugekauft und manche Lieferketten sind unterbrochen. Der Versand, gerade in ferne Länder, ist durch teilweise fehlende Flugverbindungen ebenfalls erschwert. Dies wurde auch dem weltweiten Kundenstamm der Firma mitgeteilt, mit der Bitte, solche Probleme bei der Bestellung von Pajunk-Produkten zu berücksichtigen und frühzeitig zu ordern.

Das könnte Sie auch interessieren

„Seit Montag tragen alle Mitarbeiter Atemschutzmasken, es wird streng darauf geachtet, dass die Abstände der Mitarbeiter zueinander eingehalten werden, um mögliche Ansteckungsrisiken zu minimieren“, informiert Geschäftsführer Martin Hauger, der gemeinsam mit Simone-Pajunk Schelling an der Spitze des Unternehmens steht. Hier kommt der Zwei-Schicht-Betrieb dieser Maßnahme sehr entgegen. Der Vertrieb der Firma ist mehr oder weniger zu Hause, die Mitarbeiter arbeiten im Home-Office.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Lage in den Niederlassungen, unter anderem in Amerika oder Großbritannien, bezeichnet Simone Pajunk-Schelling ebenfalls als angespannt. „Die derzeitige Situation ist eine große Herausforderung für die Firma, aber aufgeben hilft uns nicht weiter, wir müssen da durch“, äußern sich übereinstimmend die beiden Geschäftsführer. Und sie lobt alle Mitarbeiter, die sich in vorbildlicher Weise arrangieren und mitziehen.

Die Beratung der Kunden, dies sind Kliniken und Ärzte weltweit, erfolgt derzeit mehr oder weniger nur telefonisch oder mit elektronischen Medien. Diese sind auch der Ersatz für zahlreiche Kongresse, Workshops, Messen und Fachausstellungen, die von der Firma besucht werden sollten und sehr wichtig sind, aber aufgrund der Corona-Krise abgesagt wurden. Die Homepage der Firma wurde wegen den ausgefallenen Kongressen und Messen überarbeitet, erweitert und soll wenigstens teilweise die ausgefallenen Kontakte ersetzen.

Wie sich die Lage jedoch im zweiten Halbjahr entwickelt, muss noch abgewartet werden, da sind ebenfalls zahlreiche Kongresse und Fachmessen terminiert.