In zwei Tagen war buchstäblich die ganze Aktion vorbei: Im Bereich des Hochwasserdamms entlang des Baugebietes Große Breite wurden die Pappelriesen aus Sicherheitsgründen gefällt. Schon vor über einem Jahrzehnt wurde ein Teil der Pappeln im nordwestlichen Bereich des Baugebietes entlang des Hochwasserdammes zur Kötach gefällt, es wurden damals Eschen als Ersatz gepflanzt, die aber ebenfalls gefällt wurden. „Diese hatten das Eschentriebsterben, was zum Absterben der Äste und des ganzen Baumes führt und die gleiche Gefahr mit herabfallenden, dürren Ästen darstellt“, wie Revierleiter Karl-Ernst Rapp auf Anfrage erklärte.

Das Baugebiet Große Breite rückt Abschnitt für Abschnitt immer näher an den Hochwasserdamm heran, im Gemeinderat wurde im letzten Jahr mehrfach die Forderung gestellt, die Pappeln aus Sicherheitsgründen restlos zu entfernen. Zum einen ist auf dem Hochwasserdamm ein Wanderweg, zum anderen würden die Baumriesen von der Länge her mindestens die Gärten der Häuser erreichen.

Pappeln sind eine schnellwachsende Baumart, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Anbau empfohlen, ja sogar subventioniert wurden, als schnellwachsende Rohstofflieferanten. So schön die riesigen Pappeln auch aussehen, so gefährlich können sie im entsprechenden Alter von fünf bis sieben Jahrzehnten werden. Dürre Äste fallen immer wieder herab und stellen eine Gefahr dar. Die Stadtverwaltung hat die Anregungen im Gemeinderat aufgegriffen und einen Lokaltermin mit den entsprechenden Sachbearbeitern des Landratsamtes anberaumt. Von dort gab es grünes Licht für das Fällen der Pappeln, denn man sieht die Gefahr durch herabfallende Äste. Da derzeit noch kein Haus entlang der neuen Bauplätze steht, bot es sich auch an, diese Tatsache für die Fällaktion auszunutzen und darüber hinaus Frost abzuwarten, um die Schäden an Wegen und den Wiesen so gering wie möglich zu halten. Ende letzter Woche war dann Frost und innerhalb von zwei Tagen hatte eine Spezialfirma sämtliche Baumriesen umgesägt und aufgearbeitet. An Ort und Stelle wurden die Pappeln, sofern sie durch den Häcksler gingen, zu Hackschnitzel geschreddert, auch die noch vorhandenen Bäume werden wohl geschreddert, wie Karl-Ernst Rapp vermutet. „Entlang des Hochwasserdammes stehen ja noch viele andere Bäume“, wie Rapp betont, „etwa Weiden und Erlen, von einem Kahlschlag kann keine Rede sein, nur von einer Maßnahme für die Verkehrssicherheit“.


Pappel

Die Pappel umfasst etwa 60 verschiedene Arten und ist in Europa, Asien, Nordamerika und Nordafrika verbreitet. Sie kann Höhen bis zu 45 Meter erreichen und bis zu 300 Jahre alt werden, wobei die sogenannte Umtriebszeit in Plantagen 20 bis 30 Jahre beträgt, die Rotationsdauer 40 bis 50 Jahre. Heute wird Pappelholz vorwiegend energetisch verwertet (Pellets, Hackschnitzel), früher wurden Möbel, Zündhölzer, Spankörbe usw. daraus hergestellt. (ph)