Alle haben einmal klein angefangen, die meisten mittelständischen Familienbetriebe begannen so den Start in die Selbstständigkeit. Vor 35 Jahren machte sich der junge Schreiner Lothar Kurz in Geisingen selbstständig und begann mit dem Montagebau für Küchen. Möbelhäuser suchen sich für das Aufstellen und Montage der Küchen meist Dienstleister. Und in diesem Segment begann Lothar Kurz mit seinem Betrieb, der heute zu einer der renommiertesten Adressen in der Geisinger Geschäftswelt zählt.

Am Sonntag, 20. Oktober, präsentiert sich die Firma Kurz bei einem Tag der offenen Tür anlässlich des nunmehr abgeschlossenen Umzuges der Firma an das neue Domizil an der Engener Straße in den Räumlichkeiten des alten Penny-Marktes. Hier befindet sich die neue Schreinerei mit repräsentativen Ausstellungsräumen.

Firma Kurz expandiert

Schon bald nach der Gründung hatte Lothar Kurz die ersten Mitarbeiter, doch er wollte mehr, nämlich auch Möbel herstellen. Zuhause in seinem Wohnhaus am Amtenstieg war ein Lager und das Büro, im Jahr 2000 konnte er in eine leer stehende Immobilie im Spitalweg einziehen und dort auch die ersten Maschinen aufstellen. Damit produzierte er auch Möbel, für den zweiten Geschäftszweig der Schreinerei war damit der Grundstein gelegt. In diesem Jahr stieg auch Sohn Jörg ins elterliche Geschäft ein. Doch was nützen die schönsten Möbel, wenn sie niemand sieht? Die Firma Kurz mietete daher in den Räumen der ehemaligen Firma Kornmayer einen Ausstellungsraum an. „Der Wunsch war natürlich die gesamte Firma unter ein Dach zu vereinen, Produktion, Lager, Büro, Objektplanung“, sagt Lothar Kurz. Denn auch die Mitarbeiterzahl von 17 ist beachtlich. Ende 2017 zeichnete es sich dann nach langen Verhandlungen ab, dass die Firma Kurz die Räumlichkeiten des leer stehenden ehemaligen Pennymarktes erwerben konnte. Der Standort ist ideal: Ein großes Grundstück, das auch Platz für den entsprechend umfangreichen Fuhrpark bietet, aber auch Platz für den gesamten Betrieb. Die hochmodernen Maschinen benötigen Platz und das neue Domizil hat genügend Reserven.

Sechs Mitarbeiter arbeiten in der Schreinerei, stellen also die unterschiedlichsten Möbel nach Kundenwünschen maß- und passgenau her. Den größten Teil des Arbeitsspektrums macht nach wie vor die Montage von Möbeln für namhafte Möbelhäuser und Küchenhersteller aus. „So rund 800 Küchen werden pro Jahr montiert, sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz“, informiert Lothar Kurz. Dort hat die Firma Kurz inzwischen eine Niederlassung, da die arbeitsrechtlichen Bestimmungen der Schweiz gegenüber deutschen Handwerkern bekanntlich sehr restriktiv sind, ja manchmal als Gängelung bezeichnet werden können.

Am neuen Standort an der Engener Straße sind nun Ausstellung, Produktion, Verwaltung, Objektplanung, Lager und Produktion vereint. Der Umbau des Gebäudes hat sich entsprechend hinausgezögert, da während vieler Umbauarbeiten sowohl der Montagebau wie auch die Schreinerei weiterarbeiten mussten.

Vom Kundenwunsch zur schmucken Traumküche

Die Empfangstheke im Neubau präsentiert sich neun Meter naht- und fugenlos. So stattet die Firma Kurz auch Empfangsbereiche von Arztpraxen oder Firmen aus. „Dahinter lässt sich gut arbeiten“, sagt Marion Kurz.
Die Empfangstheke im Neubau präsentiert sich neun Meter naht- und fugenlos. So stattet die Firma Kurz auch Empfangsbereiche von Arztpraxen oder Firmen aus. „Dahinter lässt sich gut arbeiten“, sagt Marion Kurz. | Bild: Paul Haug

Maßgeschneidert auf jeden Kundenwunsch, dank eines modernen Maschinenparks ist dies bei der Schreinerei Kurz kein Problem. Neben Schreinereimaschinen wie Sägen stehen in der großen Werkstatt eine horizontale Plattensäge und intelligente Beschickungstechnologie, aber auch ein CNC-Bearbeitungszentrum. Wer bisher meinte, ein solches steht nur in Fertigungshalle von Metallbaufirmen, wird beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 20. Oktober, eines anderen belehrt. „Ein CNC-prozessorgesteuertes Bearbeitungszentrum sägt, bohrt oder setzt Dübel“, erklärt Jörg Kurz. Dies ist auch erforderlich für teilweise aufwändige Kundenwünsche. Etwa eine neun Meter lange Empfangstheke für eine Arztpraxis oder andere kundenspezifische Wünsche.

„Viele Kunden wünschen sich keine Möbel von der Stange, sondern speziell auf ihre Wünsche angefertigte Möbel“, plaudert Lothar Kurz aus seiner langen Berufserfahrung. Sei es ein massiver Küchentisch, Badmöbel oder ein begehbarer Kleiderschrank. Von Küchen mit allen Raffinessen und Ausstattungen ganz zu schweigen. Eine komplette Wohnungsausstattung als Prototyp in vielen Designs und Dekors zählt zu den weiteren sehenswerten Arbeiten.

Die Firma Kurz betätigt sich auch im Innenausbau von Neu- und Umbauten. Den unter den 17 Mitarbeitern sind nicht nur Schreiner, sondern auch Mitarbeiter mit Berufen aus dem Bauhaupt- und Nebengewerbe. Die Bearbeitungszentren eignen sich auch für das Hobby von Lothar Kurz, mal ein Schaukelpferd oder ein kleines Motorrad oder Dreirad aus Holz herzustellen. In den Lagerräumen lagern nicht nur Platten mit unterschiedlichen Beschichtungen und Designs, sondern auch Massivholz. Aus diesen werden ja Massivmöbel wie Tische und Stühle hergestellt.

Eine Küche ist heute mehr als nur ein Raum, der seinen Zweck allein zum Kochen erfüllt, er ist je nach Raumaufteilung gerade bei Neu- und Umbauten Lebensmittelpunkt der Familie. Und da bleibt kein Wunsch unerfüllt, Griffe zum Öffnen von Türen können sein, müssen aber nicht. Es gibt auch für ganz Anspruchsvolle grifflose Küchen, deren Türen sich bei Berührung elektrisch öffnen. Eine solche Hightech-Küche ist in der Ausstellung gerade fertig geworden.

Beim Tag der offenem Tür am kommenden Sonntag von 11 bis 18 Uhr findet eine Kochvorführung statt. Man kann bei diesen Kochvorführungen sicher auch Tipps für zuhause mitnehmen, ohne gleich eine neue Küche zu erwerben. Aber informieren wie eine neue Küche aussehen könnte, ist ein positiver Nebeneffekt. Die Fechterschaft Geisingen übernimmt die Bewirtung der Gäste mit Mittagessen, Kaffee und Kuchen gibt es im Festzelt auf dem Hof. Für Kinder ist eine Hüpfburg sowie Kinderschminken im Angebot.

Die Zufahrt über die Donaubrücke ist bekanntlich gesperrt, die Umleitung ist über die Tuttlinger Straße von Immendingen her, oder auch über den unteren Riedweg, möglich.