Die Schwerpnkte, die die CDU in der Geisinger Kommunalpolitik in den kommenden Jahren setzen will, skizzieren stellvertretend für alle Kandidaten, die die CDU ins Rennen um Gemeinderatsmandate schickt, Henrik Ball, Holger Milkau, Waltraud Müller-Franke und Achim Speck.

  • Stadtbild: Dem Erhalt der historischen Bausubstanz in Geisingen und den Ortsteilen misst die CDU große Bedeutung zu. „Die charakteristischen historischen Gebäude in der Kernstadt und den Ortsteilen sind ortsbildprägend und identitätsstiftend. Mit Nachverdichtung im Bestand und Umnutzung von bestehenden Gebäuden wollen wir auf nachhaltiges Bauen setzen und damit auch zur Belebung der Ortskerne beitragen“, erklärt Holger Milkau. Dazu gelte es, praxistaugliche Konzepte zu entwickeln, „um den Bestand zu bespielen“. Die CDU sieht dabei insbesondere die Stadt in der Pflicht: „Mit Blick auf in städtischem Besitz befindliche historische Gebäude, sollte die Stadt eine Vorbildfunktion einnehmen, wenn es um deren Sanierung und Umnutzung geht“, so Milkau. Die Sanierung der Rathäuser in Kirchen-Hausen, Leipferdingen und Gutmadingen seien Beispiele dafür. Das Sanierungsgebiet in der Geisinger Altstadt und die damit verbundene finanzielle Förderung biete gerade auch privaten Eigentümern Möglichkeiten und Ansatzpunkte für gelungene Modernisierungsprojekte.
Geht es nach den Vorstellungen der CDU, soll Bauen und Wohnen in der Stadt Geisingen und ihren Ortsteilen auch künftig erschwinglich bleiben.
Geht es nach den Vorstellungen der CDU, soll Bauen und Wohnen in der Stadt Geisingen und ihren Ortsteilen auch künftig erschwinglich bleiben. | Bild: Stephan Rieger
  • Infrastruktur: Zu einer bürgernahen Infrastruktur zähle auch ein funktionierender Nahverkehr, betont Henrik Ball: „Auch wenn das fast zwangsläufig bedeutet, dicke Bretter zu bohren, weil die Stadt in diesem Bereich nicht eigenständig agieren kann, sondern zwei Landkreise involviert sind, setzen wir uns auch weiterhin für den Ringzugschluss auf der Strecke Donaueschingen/Tuttlingen und Haltestellen in Gutmadingen und Geisingen ein“. Darüber hinaus, ergänzt Tobias Sieger, müsse auch die Taktung der Bahn- und Buslinien, gerade wenn es um Anschlussverbindungen gehe, dringen optimiert werden. Verbesserungswürdig sei darüber hinaus die Parksituation in der Geisinger Hauptstraße, meint Waltraud Müller-Franke. „Es geht uns dabei – Stichwort: Barrierefreiheit – ein neues Parkkonzept zu etablieren, das die Belange von Autofahrern einer- und Fußgängern sowie Radfahrern andererseits unter einen Hut bringt.“
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  • Familien: Mit Blick auf die Kinderbetreuung befürwortet die CDU einen dezentralen Ausbau und die Weiterentwicklung der Betreuungsangebote. „Dazu zählen Kindergärten mit Krippenplätzen, verlängerten Öffnungszeiten und der Möglichkeit zu Ganztagesbetreuung“, erklärt Tobias Sieger. Es gelte, die Betreuungsangebote bedarfsorientiert und flexibel auf die Bedürfnisse von Eltern und Kindern zugeschnitten sowie zukunftssicher aufzustellen. Auch an den Grundschulen in der Kernstadt und den Ortsteilen seien verlässliche Betreuungsangebote erforderlich. „Alle Mütter und Väter sollen die Unterstützung erfahren, die sie individuell bei der Bewältigung ihres Alltags benötigen“, fasst Sieger zusammen. Was die Frage nach einem Kita-Standort auf dem Geisinger Schulgelände beziehungsweise in der Alten Gerbe anbelangt, bekräftigt Holger Milkau: „Dazu gibt es einen Gemeinderatsbeschluss. Demzufolge werden zunächst verlässlich die Kosten für einen Neubau auf dem Schulareal ermittelt. Dann wird auf Basis eines Kostenvergleichs abgewogen, welcher Kita-Standort künftig weiterentwickelt beziehungsweise aufgegeben wird. Ich sehe keinen Grund, voreilig an dieser vom Gemeinderat festgelegten Vorgehensweise zu rütteln.“
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  • Bauen und Wohnen: Geht es nach der CDU, soll Bauland in der Region Geisingen auch künftig zu erschwinglichen Preisen und in ausreichendem Flächenumfang vorgehalten werden. „Die Nachfrage nach Bauland ist hoch, sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen drohen angesichts dauerhaft hohem Interesse von Bauwilligen Engpässe. Das sollten wir vermeiden, indem wir frühzeitig Bauland ausweisen und entwickeln“, meint Waltraud Müller-Franke. Auch auf die Innenentwicklung müsse, so Müller-Franke, verstärkt ein Augenmerk gerichtet werden. Weil es in Geisingen zunehmend an bezahlbaren Mietwohnungen mangele, sollte die Stadt ihren Fokus darüber hinaus vermehrt auf die Schaffung von günstigem Mietwohnraum setzen. Die Erfahrungen mit dem Baugebiet „Alte Gärtnerei„ hätten in anderem Zusammenhang gezeigt, dass die Stadt potentiellen Investoren durchaus Rahmenbedingungen setzen könne, die im Einklang mit den von der Stadt jeweils verfolgten Zielen stehen.
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  • Wirtschaft: Um Geisingen als Wirtschaftsstandort auch in Zukunft attraktiv zu halten, will die CDU an den Grundsätzen festhalten, die Stadtverwaltung und Gemeinderat schon seit längerem verfolgen. „Geisingen und seine Ortsteile sollen sowohl für ansässige Firmen und deren Erweiterungsvorhaben Perspektiven bieten als auch Flächen für ansiedlungswillige Unternehmen vorhalten“, sagt Achim Speck. Deshalb sollten sowohl neue Gewerbeflächen ausgewiesen als auch im Bestand nach Optimierungs- und Verdichtungsmöglichkeiten gesucht werden. Bei der Neuansiedlung von Firmen solle an dem Bewährten Grundsatz festgehalten werden, wonach der Flächenverbrauch in einem vernünftigen Verhältnis zu den qualifizierten Arbeits- und Ausbildungsplätzen stehen muss, die eine Firma mitbringt beziehungsweise am Standort Geisingen neu schafft.
  • Digitalisierung: Damit auch in Geisingen alle Privathaushalte, Unternehmen und Gewerbetreibende sowie die öffentlichen Einrichtungen – darunter Stadtverwaltung, Kindergärten und Schulen – aus der Digitalisierung Nutzen ziehen können, müsse der flächendeckende Breitbandausbau möglichst schnell und umfassend realisiert werden. „Zudem drängen wir auf die Einrichtung von WLAN-Hotspots in der Kernstadt und den Ortsteilen“, betont Achim Speck. Mit Blick auf möglichst komplikationsfreien Zugang zu Informationen könnte auf diesem Weg, so Speck, auch der Bürgerservice weiter ausgebaut werden.
  • Naherholung und Tourismus: Die Realisierung des Freizeitparkes „Danuterra“ soll Akzente für Naherholung und Tourismus setzen, ebenso die Erweiterung des Rad-, Inline-, Spazier- und Wanderwegenetzes sowie Ladestationen für E-Bikes. Auch eine öffentliche Toilette im Stadtkern muss laut CDU dringend her. „Ein geeigneter Standort dafür wäre beim Friedhof“, meint Holger Milkau.
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