Insbesondere, was die Diskussion über einen Kita-Standort in Geisingen anbelangt, beziehen die Aktiven Bürger sehr deutlich Position. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER erläutern sie ihre kommunalpolitischen Ziele für die kommenden Jahre.

  • Kita-Standort: „Als Kindergarten-Standort ist die „Alte Gerbe“ aus Sicherheits-, Kosten- und Platzgründen weder mittelfristig, geschweige denn langfristig haltbar. Wir setzen uns dafür ein, dass der Kindergarten auf dem Areal der Geisinger realisiert wird“, erklärt Simone Streich. Das Schulgelände biete aufgrund der bereits vorhandenen Infrastruktur, darunter Turnhalle, Schulküche und die Spielfläche auf dem Freigelände, ideale Voraussetzungen für eine hochwertige und langfristig gesicherte Kinderbetreuung. Zudem, so Streich weiter, habe ein Kindergarten-Neubau den Vorteil, dass sich mit Blick auf die Umsetzung neuer pädagogischer Konzepte auch deren bauliche Anforderungen von vornherein berücksichtigen ließen. Dass im Gemeinderat die das Schulgelände als Kita-Standort überhaupt wieder diskutiert werde, so Streich weiter, sei letztlich einer Initiative der Aktiven Bürger zu verdanken. „Daran wollen wir anknüpfen“, betont Simone Streich. Die Alte Gerbe wollen die Aktiven Bürger dabei nicht zum Leerstandskandidaten verkommen lassen, sondern auch weiterhin mit Leben füllen. Eine adäquate Nutzung sei beispielsweise ein Heimatmuseum.
Die Aktiven Bürger befürworten einen Kindergartenstandort auf dem Areal der Geisinger Schule. Die Alte Gerbe soll einer anderweitigen Nutzung zugeführt werden.
Die Aktiven Bürger befürworten einen Kindergartenstandort auf dem Areal der Geisinger Schule. Die Alte Gerbe soll einer anderweitigen Nutzung zugeführt werden. | Bild: Schröter, Thomas
  • Flächenmanagement:„Attraktive Ortskerne mit guter Infrastruktur und einem angemessenen Wohnraumangebot sind zweifellos ausschlaggebend für die Zufriedenheit der Bevölkerung. Wir möchten für diesen wichtigen Lebensbereich nachhaltiges und effizientes Wachstum fördern. Allerdings wollen wir die Situation vermeiden, dass einerseits neue Baugebiete in allen Ortsteilen erschlossen werden, während es andererseits in den Ortskernen ungenutzte Flächen gibt, die für eine Bebauung in Frage kommen, aber unberücksichtigt bleiben. Deshalb wollen wir ein Flächenmanagement einführen, das eine Bestands- und Bedarfsanalyse gewährleistet und Bebauungsmöglichkeiten für bislang ungenutzte Flächen aufzeigt“, erläutert Marco Gilly. Auf diese Weise, so Gilly weiter, ließe sich nicht erforderlicher Flächenverbrauch vermeiden, um Natur und Landwirtschaft zu schützen.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Kommunale Gremien: Geht es nach den Aktiven Bürgern, wird die Gremienstruktur des Gemeinderats um einen weiteren Ausschuss ergänzt. „Wir möchten einen Ausschuss für Kultur, Natur und Sport etablieren, um die Themenkreise rund um Natur, Kultur und Sport auch in der Struktur des Gemeinderats fest zu verankern“, erläutert Anke Gleichauf. Naherholung in der Natur in der Region Geisingen, die sinnvolle Nutzung von historischen Gebäuden wie der Zehntscheuer oder der Alten Gerbe, die Stärkung und Förderung der örtlichen Vereinswelt seien, so Gleichauf, nur einige Beispiele für das vielfältige Themengebiet dieses neuen Ausschusses.
  • Bürgerbeteiligung: Die Aktiven Bürger wollen die Bürgerbeteiligung an kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozessen intensivieren. „Bürgerversammlungen, wie sie in den Ortsteilen mit Erfolg und großer Resonanz abgehalten werden, sollten auch in der Kernstadt wieder eingeführt werden. Je früher und umfassender die Bürger über anstehende Vorhaben nicht nur passiv informiert, sondern ihre Meinungen, Anregungen und Wünsche aktiv aufgenommen werden, desto größer ist später die Akzeptanz gerade für größere Projekte“, ist sich Stefan Kramer sicher. Die aus ihrer Sicht bislang unzureichende Beteiligung der Bürger über alle Generationen hinweg an den Planungen für das Freizeitgelände Danuterra ist, wie Claudia Buschli ergänzt, ein Grund dafür, warum die Aktiven Bürger dieses Planungspaket wieder aufschnüren wollen.
  • Freizeitgebiet Danuterra: „Wir wollen Danuterra als Erholungs- und Begegnungsgebiet in das soziale Gefüge unserer Stadt integrieren und die Donau begehbar, zugänglich und erlebbar machen – und zwar für alle Generationen, vom Kleinkind über Jugendliche und Familien bis hin zur älteren und ältesten Generation“, erklärt Lilija Gross. Dieser Aspekt sei durch die bisherigen Planungen nur unzureichend erfüllt. Deshalb sollen, so Gross, die Planungen neu aufgerollt und dabei die Bevölkerung aktiv eingebunden werden. Ein Fokus solle dabei auf die Schaffung und Unterstützung von Treffpunkten für Jugendliche und Familien gelegt werden. „Wir haben zu wenig auf Jugendliche zugeschnittene Aufenthaltsorte. Haben Jugendliche keine passenden Treffpunkte, zweckentfremden sie andere Orte, beispielsweise Spielplätze, zu Treffpunkten“, erläutert Eric Niller. Als Vorbild für die Entwicklung von Danuterra könne, auch was die verstärkte Förderung des ehrenamtlichen Engagements anbelangt, der Mehrgenerationenplatz in Gutmadingen dienen.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Nahverkehr: Damit auch die Geisinger und Gutmadinger Schüler und Berufspendler vom Nahverkehrsnetz auf der Schiene profitieren können, fordern die Aktiven Bürger die zügige Umsetzung des Ringzugschlusses auf der Strecke Donaueschingen/Geisingen/Immendingen. Dringend verbessert werden müsse auch die Taktung der Busverbindungen, um komplikationsfrei von den Ringzughaltestellen den Anschluss an das Busnetz zu schaffen, geben Leonie Weißer und Lukas Erlenbach eigene Erfahrungswerte wieder.
  • Radwegenetz: Ein Anliegen ist den Aktiven Bürgern auch die Schaffung eines sicheren Radwegenetzes innerorts und durch die gesamte Region Geisingen. Neben der Erweiterung des Radwegenetzes gelte es auch, erklärt Ulrich Hafner, die bestehenden Radwege mit Blick auf Gefahren- und Unfallstellen zu optimieren.
  • Digitalisierung: Schnelle, leistungsfähige Internetverbindungen seien für Unternehmen und Privathaushalte ein wichtiges Kriterium für das Leben und Arbeiten in Geisingen, meint Eric Niller. Zwar seien auf Kreis- und kommunaler Ebene erste Arbeiten für ein leistungsfähiges Glasfasernetz angelaufen. Der Gemeinderat müsse bei dem Thema aber weiter „aufs Gas drücken“.
  • Jetzt App aufs Handy laden: Über die SÜDKURIER Online-App informieren wir Sie direkt per Push-Nachricht auf Ihrem Smartphone über die Wahlergebnisse Ihrer Gemeinde – und natürlich auch über all das, was in Ihrem Heimatort und in der Umgebung sonst noch geschieht. Hier können Sie die SÜDKURIER Online-App auf Ihr Handy laden.