Nachdem sich die Stadt bereits in die Planungsphase des Naturschutzgroßprojektes Baar eingebracht hatte, beteiligt sich Geisingen auch an dessen Umsetzungsphase. Anders als in der ersten Projektphase – für deren Laufzeit von 2013 bis 2016 hatte Geisingen anteilig rund 3200 Euro zu entrichten – ist die Teilnahme an Projektphase zwei für die teilnehmenden Kommunen nicht mit einer Kostenbeteiligung verbunden.

Die Beteiligung am Naturschutzgroßprojekt Baar eröffnet Geisingen die Möglichkeit, beträchtliche Potentiale für ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu heben, die auf das baurechtliche Ökokonto der Stadt angerechnet werden können. Bis zu 1,6 Millionen so genannter Ökopunkte ließen sich damit generieren, die, wie Bürgermeister Walter Hengstler betonte, für die Baulandentwicklung der kommenden Jahre in der Raumschaft Geisingen dringend benötigt würden. Der Gemeinderat stimmte der Beteiligung Geisingens an der Phase zwei des Naturschutzgroßprojekts Baar zu. Neben der Möglichkeit, das Geisinger Ökopunkte-Konto aufzustocken, begrüßte das Gremium insbesondere einen kooperativen Verfahrensaspekt: Die Maßnahmen aus dem Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojektes Baar können nur mit Zustimmung des Eigentümers der jeweiligen Fläche umgesetzt werden.

  • Das Projekt: Die insgesamt 18 Fördergebiete des Naturschutzgroßprojektes Baar erstrecken sich von Königsfeld im Norden bis Blumberg im Süden und von Tannheim im Westen bis Geisingen im Osten. Das gesamte Fördergebiet erstreckt sich auf rund 4900 Hektar. Es umfasst zahlreiche ökologisch wertvolle Moore, Wälder und andere Biotope. Zielsetzung des Projektes ist es, die Lebensräume für den Arten- und Biotopschutz und den Biotopverbund zu sichern, verbessern und vergrößern. Projektträger ist der Schwarzwald-Baar-Kreis, beteiligt ist ferner der Landkreis Tuttlingen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 5,5 Millionen Euro. Davon übernehmen Bund (75 Prozent) und Land (15 Prozent) den Löwenanteil.
  • Projektphasen: In der Planungsphase (Projektphase eins), die Ende 2016 abgeschlossen werden soll, wurden in enger Abstimmung mit den Beteiligten detaillierte Maßnahmenvorschläge erarbeitet, deren Umsetzung in der Projektphase zwei, die 2017 anlaufen soll, erfolgen soll.
  • Fördergebiet Geisingen: Auf das Gebiet der Stadt Geisingen entfallen rund 825 Hektar, das entspricht etwa 16 Prozent der gesamten Fördergebietskulisse. Die auf Geisingen bezogenen Flächen finden sich im Aitrachtal, auf der Baaralb, im Bereich Birken-Mittelmeß und im Unterhölzer Wald.
  • Maßnahmenumsetzung: Eine Maßnahme kann nur dann umgesetzt werden, wenn der Eigentümer der jeweiligen Fläche seine Zustimmung erteilt.
    Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen ist auch Einvernehmen mit dem Bewirtschafter herzustellen.
  • Ökokonto Geisingen: Einige Maßnahmen des Pflege- und Entwicklungsplans eignen sich sehr gut für das baurechtliche Ökokonto der Stadt Geisingen. Diese Maßnahmen – im Wesentlichen so genannte Waldrefugien – wurden näher spezifiziert und mit der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt) besprochen. Um Wirksamkeit für das Ökokonto zu entfalten, müssen sie noch einer entsprechenden naturschutz-fachlichen großräumigen Planung unterworfen werden.