Die Kinder des Geisinger Kindergartens „Am Stadtgraben“ können schon vor ihrer Einschulung eine bisschen Schulatmosphäre schnuppern: Für die Dauer des Umbaus ihrer Einrichtung wird der Kindergarten kurzerhand in die benachbarte Schule umgesiedelt. Im sogenannten Bauabschnitt II der Schule sollen Räume für ein Kindergarten-Provisorium genutzt werden. Das hat bekanntlich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Einrichtung des Provisoriums ist mit Umbaumaßnahmen verbunden.

Den Planungen von Architekt Thomas Kreuzer zufolge soll das Kindergarten-Provisorium im Erdgeschoss untergebracht werden. Der bisherige Eingang auf der Schulhofseite wird geschlossen beziehungsweise dient nur noch als zweiter Rettungsweg nach draußen. Der bisherige Notausgang an der Nordseite wird zum Eingang der Kindertagesstätte umfunktioniert. „Damit sind Kindergarten und Schule räumlich voneinander getrennt“, erläuterte Kreuzer.

Ein früheres Klassenzimmer, das derzeit noch für die Kernzeitbetreuung im Rahmen der Ganztagsschule genutzt wird, soll zu einem Gruppenraum umgestaltet werden. Der ehemalige Werkraum soll mit Regalen und Schränken aufgegliedert werden und einen weiteren Gruppenraum sowie einen sogenannten „Intensivbereich“ für die beiden Gruppen aufnehmen. Im bisherigen Raum für die Schulsozialarbeit können die vorhandenen zwanzig mobilen Bettchen für die Ganztageskinder aufgestellt werden.

Damit einher geht eine ganze Reihe an Umbaumaßnahmen. Der Treppenraum soll mit einer Trennwand abgeschottet, die Schüler-Toiletten zu Sanitärräumen für Kinder von drei bis sechs Jahren umgebaut werden. Die Eingangstür an der Nordseite muss ertüchtigt und eine brandschutztechnische Abtrennung vorgenommen werden. Außerdem muss für einen der Gruppenräume ein zweiter Rettungsweg über die Fensterbrüstung hergestellt sowie flächendeckend vernetzte Rauchmelder installiert werden.

Weitere Umbaumaßnahmen sind im Außenbereich geplant. Vorgesehen ist die Schaffung einer Zaunabtrennung zum Schulgebäude hin sowie die Abzäunung einer Außenspielfläche mit einer Größe von rund 650 Quadratmetern und die Ergänzung der Wegeverbindung vom Eingang an der Nordseite zum Parkplatz.

Auch die Mittagsverpflegung im Rahmen der Ganztages-Kinderbetreuung muss gewährleistet werden. Dafür soll die Lehrküche mit einem Nachbarraum, die sich im Erdgeschoss des Schulgebäudes III befinden und von der Schule nicht mehr genutzt werden, reaktiviert werden.

Das Erdgeschoss, in dem das Kita-Provisorium untergebracht werden soll, wird von der Schule noch bis Mai dieses Jahres genutzt. Demnach könnten laut Architekt Kreuzer die Umbauarbeiten für die provisorische Kita-Nutzung in den Monaten Juni und Juli ausgeführt werden. Im August könnte der Kindergarten „Am Stadtgraben“ dann sein vorübergehendes Ausweichdomizil beziehen und dort für die Dauer der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Stammhaus Quartier beziehen. Die Gesamtbaukosten einschließlich Umzugskosten belaufen sich einer Berechnung des Architekturbüros Kreuzer zufolge auf rund 100 000 Euro.

Betriebsgenehmigung

Um ihr Übergangsdomizil beziehen zu können, muss die Kindertagesstätte (Kita) "Am Stadtgraben" beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) einen so genannten Auslagerungsanstrag stellen. Außerdem benötigt das Kindergarten-Provisorium ebenfalls vom KVJS eine Betriebsgenehmigung. Die Entwurfsplanung für das Kindergarten-Übergangsdomizil im Geisinger Schulgebäude sei, wie Architekt Thomas Kreuzer betonte, mit dem KVJS abgestimmt worden, um die erforderlichen Kriterien von vornherein berücksichtigen zu können. Der KVJS habe, so Kreuzer, Ende Januar eine Betriebsgenehmigung in Aussicht gestellt. (tom)