Enttäuschung im Geisinger Rathaus: Das Verkehrsministerium in Stuttgart hat die Geisinger Resolution zum Lärmschutz an der Autobahn abgelehnt. "Man hat sich im Verkehrsministerium dafür sehr viel Zeit gelassen, doch ganz kurz bevor Minister Hermann heute nach Kirchen-Hausen kommt, traf die Absage ein", ärgert sich Bürgermeister Walter Hengstler mit Blick darauf, dass der grüne Verkehrsminister heute in Kirchen-Hausen seine Kampagne gegen illegale Autorennen auf der A 81 vorstellen will. "Das bringt das Fass zum Überlaufen", sagt Hengstler, der an diesem Termin nicht teilnehmen wird.

Die Liste der Bemühungen um einen besseren Lärmschutz an der Autobahn A 81 für Geisingen und Kirchen-Hausen ist lang. Stadtverwaltung und Gemeinderat fordern seit vielen Jahren einen besseren Lärmschutz für die betroffenen Bürger ein. Dazu zählen ein Tempolimit auf einhundert Stundenkilometer und die Ertüchtigung der alten Lärmschutzwand. Doch alle Forderungen und Bemühungen blieben bisher erfolglos.

Am 30. Januar verabschiedete bekanntlich der Gemeinderat einstimmig eine weitere Resolution mit mehreren Forderungen für einen besseren Lärmschutz an der A 81. Mit Schreiben vom 1. Februar übermittelte Bürgermeister Hengstler die Restitution an Verkehrsminister Winfried Hermann. Das Ministerium ließ sich viel Zeit für eine Antwort. Am Dienstag ging die Antwort jetzt im Geisinger Rathaus ein, zwei Tage vor der öffentlichen Vorstellung der Kampagne gegen illegale Autorennen, jedoch mit enttäuschenden Inhalt. Alle Forderungen des Gemeinderates werden vom Ministerium abgelehnt.

Bürgermeister Walter Hengstler äußerte sich enttäuscht über die erneute Absage aus dem Verkehrsministerium: „Die besondere Betroffenheit von Geisingen und Kirchen-Hausen wird vom Verkehrsministerium in Stuttgart seit vielen Jahren ignoriert. Dabei nimmt die Lärmbelastung ständig zu.“

„Tempo 130 und stichpunktartige Kontrollen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so der Bürgermeister. „Wirksamer Lärmschutz muss anders aussehen. Wir halten unsere Forderungen aus der Resolution vom 30. Januar aufrecht und werden weiter für den Lärmschutz kämpfen“, kündigte Hengstler an.

In seiner Resolution forderte der Gemeinderat eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf hundert Stundenkilometer, verbunden mit stationären Tempomeßanlagen im Bereich Geisingen und Kirchen-Hausen. Ferner eine Überprüfung und bauliche Ertüchtigung der alten Lärmschutzwand mit Blick auf ihre Schutzwirkung. Der Einbau von Flüsterasphalt in die Fahrstreifen der Autobahn zwischen Geisingen und Kirchen-Hausen ist eine weitere Forderung.

Darüber hinaus pochen die Geisinger Kommunalpolitiker auf eine Gleichstellung der Autobahnanlieger mit Kur- und Erholungsorten. Das besondere Schutzbedürfnis müsse für alle betroffenen Einwohner gelten.