Sei es mit dem Smartphone oder anderen mobilen Endgeräten, wer im Geisinger Ortsteil Leipferdingen den Versuch unternimmt, mittels Mobilfunk zu telefonieren oder ins Internet zu kommen, wird daran mit sehr großer Wahrscheinlichkeit scheitern. Leipferdingen zählt zu den bundesweit zahlreichen Funklöchern, die keine leistungsfähige Anbindung an das Mobilfunknetz haben. Um keine auch noch so kleine Chance zu verpassen, diese Situation schnellstmöglich zu ändern, soll der Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 22. Oktober, die Teilnahme Geisingens an der Initiative „Wir jagen Funklöcher“ der Deutschen Telekom GmbH (TDG) beschließen.

  • Das Programm: „Wir jagen Funklöcher“ ist eine Initiative der TDG, um Kommunen die Möglichkeit zu bieten, fernab der Netzausbauplanung Mobilfunklöcher durch die Telekom schließen zu lassen. Dazu wird die TDG unter den teilnehmenden Vorschlägen 50 Mobilfunkstandorte auswählen und diese bis Ende 2020 im Standard LTE (4G) ausbauen.
  • Bewerbungsfrist: Die Bewerbungsfrist läuft seit Dienstag, 20. August, und endet am Samstag, 30. November.
  • Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind alle Kommunen in Deutschland. Gegenstand können alle Funklöcher im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Kommune sein, sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Demnach muss es sich bei dem Funkloch um ein echtes LTE-Funkloch in besiedeltem Gebiet handeln. Das bedeutet, dass weder die Telekom noch ein Wettbewerber in diesem Gebiet LTE-Abdeckung im Outdoor-Bereich haben. Zudem muss das Funkloch mindestens zehn Haushalte oder Gewerbegebiete umfassen. Außerdem muss durch den Aufbau des Mobilfunkstandortes das Funkloch komplett geschlossen werden.
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  • Gemeinderatsbeschluss: Es muss ein Gemeinderatsbeschluss vorliegen, der klar zum Ausdruck bringt, dass die jeweilige Kommune an der Initiative „Wir jagen Funklöcher“ teilnehmen will. Darüber hinaus muss die Kommune zusichern, den weiteren Genehmigungsprozess aktiv zu begleiten. Die TDG erwartet, dass seitens der Kommune ein Ansprechpartner benannt wird. Außerdem setzt sie voraus, das die erforderlichen Genehmigungen durch die Kommune schnellstmöglich erteilt werden. Erfordert das jeweilige LTE-Funkloch einen zusätzlichen Glasfaseranschluss, erwartet die TDG, dass die jeweilige Kommune die aus Sicht der Telekom effektivste Ausbaumethode genehmigt.
  • Infrastruktur: Als Bestandteil ihrer Bewerbung muss die jeweilige Kommune mindestens einen Vorschlag unterbreiten, was eine geeignete Infrastruktur für den Mobilfunkstandort anbelangt. Diese Infrastruktur kann in öffentlichem oder privaten Besitz sein. Der Besitzer muss sich bereit erklären, einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 15 Jahren abzuschließen. Soll der Mobilfunkstandort als Dach-Standort auf einem Gebäude errichtet werden, soll dieses Gebäude möglichst zentral im anvisierten Versorgungsgebiet liegen und sein Dach idealerweise leicht erhöht, mindestens aber auf gleicher Höhe gegenüber den umliegenden Gebäuden liegen. Außerdem müssen eine Stromanbindung und eine zirka fünf Quadratmeter große Technikstellfläche verfügbar sein. Soll der Mobilfunstandort auf einem unbebauten Grundstück als Sendemast errichtet werden, sollte das Grundstück möglichst zentral, zumindest aber innerhalb des bebauten Gebietes liegen. Es muss eine mindestens zwanzig Quadratmeter große, rechteckige Stellfläche für den Aufbau des Mastes und der dazugehörigen Technik aufweisen. Zudem muss die Stromversorgung gewährleistet sein und der Boden darf keine Altlasten aufweisen.
  • Vorteil: Sollte bereits ein Glasfaserkabel der Telekom im Umkreis von 800 Metern vom potenziellen Mobilfunkstandort vorhanden sein, erhöhen sich laut der TDG die Chancen, dass das jeweilige Funkloch geschlossen wird.
  • Auswahl: Die Auswahl, welche 50 Standorte aufgebaut werden, trifft die TDG nach eigenem Ermessen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Faktoren und auch unter dem Aspekt einer bundesweit ausgeglichenen Verteilung.

Theorie und Praxis

Eigentlich sollte die Mobilfunkanbindung Leipferdingens durch den Anbieter Vodafone gewährleistet sein und technisch mit einem Repeaters (Signalverstärker) umgesetzt werden. Dieses Arrangement funktioniert aber laut Ortsvorsteher Jürgen Keller und vielen Einwohnern nicht. Mehrfache Kontaktversuche zu Vodafone sind Keller zufolge ergebnislos verlaufen. (tom)