In Geisingen wird der Hochwasserschutz weiter verbessert. Die Arbeiten für die neuen Schieber im Bereich des Freizeitzentrums Danuterra auf dem Espen sind diese Woche angelaufen.

Fast drei Jahrzehnte sind es her, dass das Hochwasser im Februar 1990 den Espen in Geisingen sowie das sogenannte Unterstädtle flutete. Oft wurde moniert, dass das Land hinsichtlich Hochwasserschutz an der unteren Donau nichts unternimmt und nur plant, außer dem Hochwasserdamm in Wolterdingen, an dem sich ja alle Unterlieger, also auch die Stadt Geisingen, mit einigem finanziellen Aufwand beteiligen musste. Die Stadt Geisingen hat eine der Flanken hinsichtlich Hochwasser beseitigt, und dies mit erheblichem finanziellen Aufwand.

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Gleich zweimal wurde der Hochwasserdamm entlang der großen Breite in Richtung Donau, aber auch in Richtung Kötach verstärkt und erhöht. Von dort aus dürfte nach menschlichem Ermessen keinerlei Gefahr mehr ausgehen. Selbst bei dem Tausendjährigen Hochwasser, das inzwischen als HQ-Extrem bezeichnet wird.

Arbeiten für den Bau des Schiebers beim Einlauf von der Donau in den Espenweiher: Der alte Schieber (rechts) wird entfernt, der neue kommt wie beim Auslauf in den Hochwasserdamm.
Arbeiten für den Bau des Schiebers beim Einlauf von der Donau in den Espenweiher: Der alte Schieber (rechts) wird entfernt, der neue kommt wie beim Auslauf in den Hochwasserdamm. | Bild: Paul Haug

Die Stadt Geisingen hat aber noch einen anderen Bereich, der bei extremer Wasserführung der Donau eine sogenannte offene Flanke ist: Der Hochwasserdamm entlang des Freizeitgebietes Danuterra, den das Land beziehungsweise Autobahnamt im Zuge der Donaubegradigung angelegt hatte, und die zwei Verbindungen des Altarms beziehungsweise Weihers zur Donau. Einmal der Einlauf zwischen Weiher bei der Arena und der Donau und dann der Auslauf bei der Fischerhütte.

Hier wird der neue Schieber beim Auslauf des Geisinger Donaualtarms bei der Fischerhütte auf dem Espen eingebaut.
Hier wird der neue Schieber beim Auslauf des Geisinger Donaualtarms bei der Fischerhütte auf dem Espen eingebaut. | Bild: Paul Haug

Bei der Begradigung der Donau hat man schon damals die Gefahr von Hochwassern gesehen und gerade beim Einlauf ein Schieberbauwerk mit gebaut. Dies hat aber nie funktioniert, der Schieber hat sich verklemmt und wurde entfernt. Beim Auslauf staut sich das Wasser zurück. Nach dem Hochwasser 1990, ein Jahr später kam ein weiteres hinzu, das aber nicht die Spitze des damaligen Jahrthunderthochwassers HQ100 erreichte, wurden von der Stadt Dammbalken hergestellt. Bei Hochwasser können diese Eichenbalken dann in die Aussparungen in den Schächten eingelassen werden. Die Donau wäre dann abgeschottet, aber das Polderwasser, also Regenwasser, der Wildtalbach und der Überlauf der Regenüberlaufbauwerke Wildtal und Espen, müssen abgepumpt werden.

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Nach einigen Jahren Planung werden nun seit dieser Woche zwei Bauwerke errichtet. Die Absperrschieber bei der Fischerhütte und bei der Arena, der Auslauf und der Zulauf. Die Maßnahme wurde im Winter durch das Regierungspräsidium Freiburg, Außenstelle Donaueschingen Gewässer, ausgeschrieben, die Vergabe aber wegen überhöhter Preise gestoppt. „Bei der erneuten Ausschreibung erhoffte man sich dann günstigere Preise, was auch der Fall war“, wie der zuständige Sachbearbeiter Daniel Elsäßer von der Donaueschinger Dienststelle betonte. Damit konnten die Arbeiten vergeben werden, am Montag und Dienstag begannen die Firmen Stocker aus Sulz mit dem Schieber bei der Fischerhütte und die Firma Nacken aus Steißlingen mit den anderen Arbeiten. Für die Arbeiten des neuen Schiebers bei der Arena wurde eine Baustraße vom Tennisclub her angelegt. Die Arbeiten an beiden Bauwerken sollen in drei bis vier Wochen abgeschlossen sein.

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Was dann noch fehlt, ist sowohl das Konzept, wie auch die Umsetzung des Hochwasserschutzes durch Polderwasser und den Wildtalbach durch die Stadt. Bedingt durch die lange Sitzungspause des Gremiums liegt dieses drängende Problem derzeit im Berg der unbearbeiteten Aufgaben.