Jubiläen und bei Narrenvereinen entsprechende Narrentreffen kann man mit jeder Zahl organisieren. Seien es Tage wie vor wenigen Wochen beim Narrenverein Loräbieschter, andere Zünfte haben Schnapszahlen wie 33 oder 44 Jahre. Der Narrenverein Krähenloch Gutmadingen wird in diesem Jahr 60 Jahre alt und könnte eigentlich auch groß feiern. „Wir feiern dieses Jubiläum nicht“, betont Narrenvater Markus Still, „wir machen nur Fasnet“.

60 Jahre gibt es organisierte Narretei in Gutmadingen, aber schon Jahrhunderte vorher wurde in Gutmadingen Fasnet gefeiert. Und bereits vor der offiziellen Gründung 1957 gab es eine lockere Fasnet- oder Narrengesellschaft, schon mit Narrenvater und Elferräten. Narren blicken manchmal in die Zukunft, schon 1928 wurde ein Umzug mit dem Motto „Gutmadingen im Jahr 2000“ durchgeführt. Narrenspiele und Umzüge nahmen buchstäblich Fahrt auf mit der Gründung des Musikvereins 1923. Ab etwa 1950 fanden regelmäßige närrische Veranstaltungen und Umzüge statt, auf dem Hof der Familie Glunk in der Dorfmitte wurde eine Bühne erstellt und dort stand auch der Narrenbaum.

Der Narrenverein hieß kurz nach der Gründung Krähloch wie das Rabennest mit Schild aus dem Jahr 1961 zeigt.
Der Narrenverein hieß kurz nach der Gründung Krähloch wie das Rabennest mit Schild aus dem Jahr 1961 zeigt.

Der Wunsch, die Fasnet zu organisieren, wurde dann am 11. November 1957 Wirklichkeit, der Narrenverein wurde gegründet. Welchen Namen und welche Figur?, stellte sich die Frage. Die Figur wurde der Rabe und der Name Krähloch, erst später wurde daraus Krähenloch. Auch im Narrenmarsch wird „Wir sind die Raben vom hintren Krähloch“ gesungen. Dort sollen im Mittelalter, als eine Viehseuche herrschte, viele Tierkadaver beseitigt worden sein, was eine Unmenge an Krähen und Raben anlockte. Wenige Tage nach der Gründung erhielt der Verein die Einladung Geisingens zum Narrentreffen anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Narrenzunft Grünwinkel.

In nur acht Wochen wurde damals von Alma Bader das Rabenkostüm geschaffen, die Krähenmasken wurden von Holzbildhauer Pfarr aus Schonach angefertigt. Seit der Gründung gibt es auch das Rabennest, hierin sitzen die Schüler der zweiten Klassen. Da die Schüler früher im dritten Schuljahr keine Fasnet machen durften wegen der Erstkommunion, saßen die Zweitklässler im Nest.

1991 fiel zwar die Fasnet aus, der Narrenverein wurde nachdem das Häs der Narrenräte geändert wurde, als Anwärter in die Schwarzwälder Narrenvereinigung aufgenommen, 1996 erfolgte dann die Aufnahme als Vollmitglied, Patenzunft waren die Neudinger. 1995 wurde als zweite Narrenfigur der Burgbläri aus der Taufe gehoben. Pate stand die Sage des Brautraubes der Wartenberger in Gutmadingen. 2002 dann bewährte sich der Narrenverein als Organisator des Schwarzwälder Narrentreffs. In Gutmadingen steht bereits ein Narrenbaum vom Narrentreffen der Loräbieschter, allerdings ist dort vor wenigen Tagen die Spitze abgebrochen. „Wir überlegen uns noch was wir machen“, sagt Narrenvater Markus Still, der seit 2005 im Amt ist. „Eine neue Spitze oder gleich einen neuen Narrenbaum, das wird sich zeigen“, so der Narrenvater.

Narrentermine

Der Narrenverein Krähenloch nimmt am Narrentreffen in Aulfingen am Wochenende 18. und 19. Februar teil. Die Gutmadinger Fasnet unter dem Motto „Made in China“ startet am Schmotzigen Donnerstag um fünf Uhr mit dem Antrommeln. Um 10.30 Uhr ist Kinderbefreiung, um 14 Uhr Setzen oder „Reparatur des Narrenbaumes“, anschließend Kinderfasnet im Ochsen, um 19 Uhr Hemdglonkerumzug und Hemdglonkerball im Ochsen. Am Samstag, 25. Februar, ist der Zunftabend unter dem Motto „Little China“ angesagt. Am Montag, 27. Februar, ist um neun Uhr Wecken, um 14 Uhr Umzug. Am Dienstag ist um 10 Uhr Fasnetfrühstück im Ochsen, um 14 Uhr Umzug, um 15.30 Uhr Kostümprämierung im Ochsen, um 17 Uhr Fällen des Narrenbaumes und um 20 Uhr Kehrausball mit Verleihung der Verdienstorden. (ph)