Hat die Region Geisingen mit dem Wasserstofftank der Shell-Tankstelle in Kirchen-Hausen ein neues Wahrzeichen? Man sieht ihn von weitem, seit dem Sommer wird an der Shell-Tankstelle gebaut und die neue Wasserstofftankstelle wird Ende des Jahres offiziell in Betrieb gehen. Es gibt in Deutschland, Stand April, 20 betriebsbereite Wasserstofftankstellen, hinzu kommen nochmals 20, die nicht für die Öffentlichkeit, also für jedermann zugänglich sind. In Baden-Württemberg sind derzeit sieben in Betrieb, weitere in Vorbereitung oder im Bau und dazu gehört auch die Tankstelle Kirchen-Hausen, die als "CEP Bodensee-West" im Internet aufgeführt ist. "Clean Energy Partnership (CEP)" ist Europas größtes Demonstrationsprojekt im Bereich der Wasserstoffmobilität.

Wasserstoff gilt als der Treibstoff der Zukunft

"Rund eine Million Euro kostet die Einrichtung einer solchen Wasserstofftankstelle", wie Sybille Riepe von der Motum GmbH auf Nachfrage informierte. Die Firma Motum GmbH ist für das Joint Venture Unternehmen Mobility Deutschland GmbH, deren Partner unter anderem Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total sind, für die Präsentation und Kommunikation zuständig.

Kirchen-Hausen ist die achte Wasserstofftankstelle in Baden-Württemberg, weitere sind in der Planung oder im Bau. Vor wenigen Tagen fand in Stuttgart die Messe „World of energy solutions“ statt, dort haben Vertreter der Mineralölkonzerne betont, dass die Zukunft dem Wasserstoff als Antrieb gehöre, denn es mache, so die Vertreter der Konzerne, keinen Sinn, Öl buchstäblich zu verfahren. Bevor jedoch die wasserstoffbetriebenen Autos auf den Straßen mehr werden, müssen zuerst einmal die Tankstellen gebaut werden.

Deutschland hat rund 14 000 Tankstellen und wenn bis 2023 ein Wasserstofftankstellennetz wie geplant von 400 Stationen aufgebaut wird, ist das relativ wenig, aber dennoch ein Kraftakt. "Man kann auch hoffen, dass die Fertigung von Wasserstofftankstellen dann auch serienmäßig vonstatten geht und dadurch deutlich billiger als bisher wird", so Sybille Riepe.

Wie sensibel mit dem Thema Wasserstoff umgegangen wird, zeigt auch die Station in Kirchen-Hausen. Der ursprünglich geplante Standort des Tanks musste etwas verlegt und die Landesstraße 191 in der Steigung mit zusätzlichen Leitplanken gesichert werden, was in der letzten Woche durchgeführt wurde. Derzeit laufen die umfangreichen Abnahmen und Prüfungen der kompletten Anlagen, noch im Dezember soll die Anlage dann so in Betrieb gehen, dass wasserstoffbetriebene Autos betankt werden können. Mehr und mehr werden dies dann auch Fahrzeuge der Stuttgarter Autoschmiede Daimler sein, die wohl auch auf der Teststrecke in Immendingen fahren werden.

Das Daimler-Projekt in Immendingen war mit ein Grund für den Bau der Station in Kirchen-Hausen, neben den Plänen flächendeckend in Baden-Württemberg entlang von Fernstraßen ein Netz an Wasserstofftankstellen aufzubauen. Die Bedeutung der Wasserstofftankstelle in Kirchen-Hausen für das Prüf- und Technologiezentrum hat auch Lothar Ulsamer, Leiter kommunale und föderale Projekte bei Daimler, immer wieder bei öffentlichen Vorstellungen des Daimler-Projekts betont.

Wasserstoff

Wasserstoff gilt als Treibstoff der Zukunft, führt aber derzeit als Treibstoff noch ein Nischendasein. Auch die Zahl an wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen ist gering, ohne Tankstellen kein Kaufinteresse. In Baden-Württemberg gibt es derzeit sieben Tankstellen, bei denen Wasserstoff getankt werden kann, Kirchen-Hausen ist die achte, die voraussichtlich im Dezember nach vielen Prüfungen und Abnahmen in Betrieb geht. (ph)