Nach über 45 Jahren ist eine organisierte Sportart in Geisingen bald Geschichte: Volleyball. Der Volleyballclub (VC) Geisingen, der sich 1972 als Untergruppe der Fecht- und Turnerschaft Geisingen etablierte und sich später als eigenständiger Verein gründete, ist derzeit in Auflösung. Dem Volleyballsport bleiben schlicht die Mitglieder weg, vor allem auch der Nachwuchs. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung wurde zwar grundsätzlich einer Auflösung zugestimmt, es gibt da aber noch einige rechtliche Hürden wie Satzungsänderungen zu klären. Im Vorfeld der Auflösung erhalten gemeinnützige Einrichtungen von Geisingen derzeit Spenden aus dem noch vorhandenen Vereinsvermögen des Volleyballclubs.

Aus dem Vereinsvermögen des Volleyballclubs erhält die Hospizgruppe Geisingen anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens eine Spende in Höhe von 1000 Euro. Hubert Seger und Hanspeter Schwab (von links) überreichen Einsatzleiterin Monika Haug beim jüngsten Hospizabend die Spende.
Aus dem Vereinsvermögen des Volleyballclubs erhält die Hospizgruppe Geisingen anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens eine Spende in Höhe von 1000 Euro. Hubert Seger und Hanspeter Schwab (von links) überreichen Einsatzleiterin Monika Haug beim jüngsten Hospizabend die Spende. | Bild: Paul Haug
  • Volleyballboom: Mit dem Bau der ersten Festhalle 1971 bot sich auch die Möglichkeit, Volleyball zu spielen. Ab 1972, nach den olympischen Spielen, entwickelte sich diese Sportart auch in Geisingen, schon ein Jahr später nahmen die Mannschaften an Freundschaftsspielen teil. Eine damals relativ neue Sportart, in ganz Südbaden gab es fünf Mannschaften. Ab 1974 beteiligte man sich auch an den offiziellen Rundenspielen. Nach vielen Erfahrungen und entsprechenden Plätzen ging es dann bergauf, mit viel Trainingsfleiß und Optimismus. 1979 konnten sogar eine zweite Herrenmannschaft gegründet werden, 1981 verließen aber einige Spieler die Mannschaft, die zweite Mannschaft war für zwei Jahre aufgelöst und wurde 1983 wieder gegründet, zwanzig Jahre später gab es schon keine Herrenmannschaften mehr. 1986 hatte man bereits 18 aktive Spieler. Bald dominierten dann die Damen den aktiven Spielbetreib, die Männer spielten noch in der Freizeitgruppe, die Damen dagegen mit zwei aktiven Mannschaften erfolgreich bei den Punktespielen. Auch die Jugendarbeit war erfolgreich, 2007 hatte der Verein 90 Mitglieder. 2003 suchte der Verein ein Beach-Volleyball-Feld. Auch mit der Schule bestand eine erfolgreiche AG, die Hoffnung für Nachwuchs gab.
  • Trainings- und Hallenprobleme: In der Geisinger Halle waren die Punktespiele nur mit Sondergenehmigung möglich, auch Kirchen-Hausen hatte einige Probleme. War mit dem Bau der ersten Halle 1971 der Grundstein für den Sport gelegt, kam mit dem Bau der neuen Halle und dem Ausfall als Trainingsmöglichkeit der Rückgang der Spieler und damit das Ende des Vereins. Die Aktiven hörten auf, oder wechselten zu anderen Vereinen. Die Damen spielten viele Jahre zuerst in einer Spielgemeinschaft mit Immendingen, dann nur in Immendingen, auch dieser Verein ist in Auflösung. „Gute Spieler wurden von renommierten Vereinen abgeworben“, beklagt Hans-Peter Schwab, der auch Bezirksvorsitzender ist.
  • Vereinssterben: So wie in Geisingen gehe es laut Schwab an vielen Orten, es gebe noch Vereine, die einige Mannschaften hätten. "Doch viele andere Vereine geben aus Spielermangel schlicht auf", bedauert Schwab.
  • Spenden und Auflösung: Eine erste Spende überreichte der Vorsitzende des VC, Hanspeter Schwab und Beisitzer Hubert Seger an die Geisinger Hospizgruppe in Höhe von 1000 Euro. Weitere Spenden folgen noch an andere Vereine und Organisationen, Zug um Zug, bis dann der Verein vollständig aufgelöst ist und auch über die Verwendung des Restvermögens nach der Auflösung eine entsprechende Änderung der Satzung erfolgt ist. „Wir haben uns überlegt, wer in den Genuss der Spenden kommt und anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Hospizgruppe hat Hubert Seger die Hospizgruppe vorgeschlagen“, erklärte Schwab. "Dem folgte die Versammlung auch einstimmig, die Hospizgruppe leistet wertvolle Arbeit für Geisingen", sagte Seger.