Während die einen in den Mai tanzen und andere in der Nacht auf den ersten Mai mehr oder weniger gelungene Scherze verüben, hat eine Gruppe Geisinger die Mainacht für eine nachhaltige Aktion genutzt. Sie setzte entlang des Traufwegs am Roßberg rund 40 Nistkästen und pflanzte zirka 50 jungen Baumsetzlinge.

Den Anstoß für diesen Maischerz mit Nachhaltigkeitscharakter gab das kürzlich im Auftrag der Stadt erfolgte radikale Herunterfräsen der Sträucher und Büsche entlang des Traufwegs, das bekanntlich in der Geisinger Bevölkerung für Entsetzen gesorgt hatte. „Als wir erfahren haben, dass die Stadtverwaltung keine Veranlassung sieht, den angerichteten Schaden mit Neupflanzungen zumindest annähernd auszugleichen, wollten wir etwas unternehmen. So wurde die Idee mit den Nistkästen und den Baumpflanzungen geboren“, erklärt der Sprecher der Gruppe, der namentlich nicht genannt werden will (Name ist der Redaktion bekannt).

Die rund ein Dutzend Natur- und Tierliebhaber hoffen, dass die Brutkästen von den Vögeln am Roßberg angenommen werden. „Für den Fall, dass Vögel wider Erwarten doch lesen können, haben wir die Nistkästen mit den Bezeichnungen unterschiedlicher Vogelarten versehen. Mal sehen, ob die Vögel sich daran halten“, kommentiert der Gruppensprecher humorig die Beschriftung der Nistkästen.

Ob dieser Maischerz der besonderen Art tatsächlich dauerhaft Bestand haben wird, hängt nicht zuletzt von der Stadtverwaltung ab. „Sicher sind wir nicht, aber wir gehen davon aus, dass die Stadtverwaltung die Nistkästen und Baumsetzlinge nicht beseitigen lassen wird“, gibt sich der Sprecher der Aktionsgruppe zuversichtlich. Bei Spaziergängern, die am Maifeiertag entlang des Traufwegs am Roßberg flanierten, stieß die Aktion jedenfalls auf Wohlwollen. Und der eine oder andere der Flaneure hatte auch einen ganz dezidierten Verdacht, wer wohl als Initiator hinter der Aktion stecken könnte. Optische Hinweise, die Kenner der Geisinger Szene zu deuten wussten, fanden sich am Maifeiertag im Zufahrtsbereich zum Roßberg einige.

Rückblick: Das waren die Maischerze der letzten Jahre: