Für den Konzertabend der Geisinger Stadtmusik und der Jugendkapelle der Stadt Geisingen am Samstagabend in der gut besuchten Stadthalle lud Tobias Buss in seiner Begrüßung zu einer fantasievollen, erlebnisreichen musikalischen Reise ein, nach Spanien, Schottland, in die Provence, in den Orient und nach Mexiko, aber auch in die Vergangenheit des Anfangs des letzten Jahrhunderts. Und Dirigent Rudolf Barth zeigte nach seiner wochenlangen Wanderung quer durch die Alpen gut erholt und auch in sehr guter Laune, was seiner launigen, aber auch informativen Moderation anzumerken war.

Die Jugendkapelle war schon bei Marco Pütz' "From the Highlands" in sehr guter Form: Die verschiedenen Stimmungen – mal melancholisch, dann wieder sehr rhythmisch und tänzerisch – wurden hörbar, zum Beispiel bei den bekannten Melodien der schottischen Volksmusik, bei der "Wedding" (Hochzeit) konnte das Solosaxophon sehr gut den Dudelsack ersetzen. Das Publikum wurde verzaubert durch die Musik aus dem Orient, der Welt Aladdins mit manchem Ohrwurm. Fröhlich und heiter ging es bei Franco Cesarinis "Pastorale de Provence" zu. Die Jugendkapelle zeigte ihr bereits meisterhaftes Können bei den typisch französischen Tanzformen wie Musette, Pavane und Rondo oder dem schwungvollen Farandole. Die provenzalische Landschaft mit den fantastischen Farben und reizvollen Lichtverhältnissen kam zum Leuchten, auch die Einflüsse des provenalischen modernen Komponisten Darius Milhaud waren deutlich hörbar. Ohne Zugabe kam die junge Truppe vor einem begeisterten Publikum nicht herum.

Einen erfolgreichen Versuch wagte der Schweizer Komponist Oliver Waespi mit "Fanfare und Funk". Dieses Crossover von Fanfare und Funk Rock setzte das Publikum zu Begin des zweiten Teils in helle Begeisterung. Die Stadtmusik schwelgte im fanfarenartigen Teil, Jazzelemente brachten temperamentvollen Schwung in den Vortrag, und vor allem die Kombination von Fanfare und Funk überzeugte die Zuhörer. Die Hommage an die erste Atlantiküberquerung der Gebrüder Wright 1903 mit "Aerodynamics" von David R. Gillingham brachten einen exquisiten Höhepunkt in das Konzert. Schon der Beginn mit einem wahren Puzzlespiel mit einigen musikalischen Bruchstücken, bei denen sich Teile und Gruppen des Orchesters abwechselten, machten das Publikum neugierig: auf die Stimmungslage in Daytona Ohio von 1903 mit Joplins Ragtime aus "Weeping Willow Rag", der Hommage an die Gebrüder Wright mit dem herrlichen Hornthema, der musikalischen Schilderung der Stimmungslage in der Hinterhofwerkstatt (Construction), dem 59 Sekunden währenden Flug und der prachtvollen typisch amerikanischen Parade (Celebration) kamen bei den Zuhörern glänzend an. Nicht minder begeisternd gestaltete sich die Aufführung der "Mexican Pictures" von Cesarini. Die Begeisterung über über die musikalische Ausgestaltung der fast ausufernden mexikanischen Lebensfreude mit vielen verzwickten rhythmischen Verschiebungen und anderen Kostbarkeiten, die wirklich meisterhaft von der Stadtmusik gemeistert wurden, brach sich am Ende seine Bahn, sodass die Stadtmusik mit Rudolf Barth um die zwei Zugaben mit einem Medley aus John Kanders jazzigen Musical "Chicago" und dem schmissigen Graf Zeppelin-Marsch von Carl Teike nicht herumkamen.

 

Konzertpläne

Das Konzert der Stadtmusik Geisingen und dem Jugendblasorchester der Stadt Geisingen stand unter der musikalischen Leitung von Stadtmusikdirektor Rudolf Barth, der an diesem Abend auch launig moderierte. Am 15. Dezember bestreitet die Stadtmusik Geisingen zusammen mit der Stadtmusik Endingen ein Doppelkonzert. Die Stadtkapelle nimmt vom 28. bis 30. April an dem Landesmusikfest Nordrheinwestfalen in Schmalellenberg/Winterberg (Hochsauerland) mit Wertungsspiel und Umzug teil. Am 9. Juni stellt sich die Jugendblaskapelle einem Wertungsspiel in Singen. Den Hock bei der Sommerserenade am 6. Juli in Geisingen umrahmt die Stadtkapelle musikalisch. (hofi)