20 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege in Geisingen tauchten im Freilichtmuseum in Neuhausen ob Eck in die Vergangenheit ein. Beim Biografietag kurz vor dem Kilbigwochenende des Museums holen sich die angehenden Altenpfleger wichtige Einblicke in die Kindheit auf dem Lande. Sie haben die "gute alte Zeit" im Blick und erfuhren, dass Leben und Wohnen und das Land- und Dorfleben auf der Schwäbischen Alb oder im Schwarzwald gar nicht so einfach waren.

So sind Gesundheit und ärztliche Versorgung regelmäßig Themen während der Ausbildung an der Altenpflegeschule im Haus Wartenberg in Geisingen. Aber der Ausflug in die Vergangenheit gemeinsam mit Schulleiterin Astrid Schmid wird zu einer Entdeckungsreise in eine mehr als fünf Jahrzehnte zurückliegende Welt. Heimbewohner, die den künftigen Pflegekräften zur Betreuung und Pflege anvertraut sind, haben gute aber auch schlechte Erinnerungen an die zurückliegenden Zeiten. Und während die jungen Pflegekräfte meist in einer ganz anderen Umgebung groß geworden sind, soll die Exkursion ins Freilichtmuseum mithelfen, diesen bisweilen schwierigen Alltag besser zu verstehen.

Wie es früher war

Harte Arbeit im Stall, bei der Heuernte oder beim Holzmachen oder auch im bäuerlichen Haushalt von "anno dazumal": "Das Leben in alter Zeit", so die Einschätzung einzelner Kursteilnehmer, "war alles andere als leicht". Räume und Wohnstuben der alten Häuser werden erläutert, sie lernen Haushaltsgegenstände von einst kennen und erfahren, wie Bauer und Bäuerin, Knechte und Mägde lebten. Aktuell wurden ein paar Kartoffeln geerntet, gekocht und zusammen mit selbst hergestellter Butter und Buttermilch verspeist. Die Museumsbesucher konnten den auch beim Spinnen und Weben von Textilien aus Flachs zusehen und erfahren, wie mühselig einst die Herstellung von Stoffen war.

Auch die Schule von damals war kein Zuckerschlecken: Beim Unterricht auf den engen Schulbänken des ehemaligen Schul- und Rathauses von Bubsheim ging es um die Frage, wie das elektrische Licht in die Dörfer kam und wie die alte "Glühfadenlampe" funktioniert.

Und schließlich lernen die Gäste aus Geisingen Schönschreiben. Mit Griffel und Schiefertafeln machen sie erste Schreibübungen in der alten Sütterlin-Schrift und lernen schließlich den Tatzenstock als wichtiges Instrument der Pädagogik kennen.