Einige Monate lang sind die Züge im Bereich Gutmadingen nur im Schneckentempo gefahren: Statt 120 bis 130 Kilometern pro Stunde mussten sie ihre Geschwindigkeit auf die Hälfte reduzieren. Derzeit fahren sie aber überhaupt nicht, denn nicht nur in Geisingen klafft eine Lücke im Gleis, weil dort der sogenannte große Durchlass erneuert wird. Auch in Gutmadingen sind Arbeiten an der Bahnlinie im Gange. Auf einer Strecke von 600 Metern wurden dabei einige Tausend Kubikmeter Erde und Schotter ausgebaut.

Gleise hatten sich abgesenkt

Grund für diese Maßnahme sowie die reduzierte Geschwindigkeit der Züge ist, dass sich das nördliche Gleis abgesenkt hat. Dieses verläuft neben der Donau und vermutlich wurde im Rahmen des Baus der Schwarzwaldbahn eben dieses Gelände der Donau abgerungen und aufgefüllt. Weil die Strecke durch die Bauarbeiten an der Bahnlinie in Geisingen momentan sowieso gesperrt ist, wird nun parallel auch die Gleisbettsanierung an dieser Stelle durchgeführt. Wie in Geisingen ist eine 24-Stunden-Baustelle eingerichtet.

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Start war in der Nacht auf Freitag, 30. August. Bereits im Vorfeld hatten die Arbeiter südlich der Bahnlinie auf dem Gelände, wo sonst Lastwagen geparkt werden, einen riesigen Berg an Material angesammelt.

Diese Berge an ausgebautem Material, Schotter und Erdaushub warten nun in Gutmadingen auf den Abtransport und die Weiterverwendung.
Diese Berge an ausgebautem Material, Schotter und Erdaushub warten nun in Gutmadingen auf den Abtransport und die Weiterverwendung. | Bild: Paul Haug

Seit der Sperrung muss alles schnell gehen: Erst die Gleise absägen und -schrauben, dann diese wie auch die Betonschwellen auf und neben dem südlichen Schienenbereich ablagern und das gesamte Gleisbett abtragen. Über 1000 Kubikmeter Schotter kamen dabei zusammen und wurden auf Lastwagen zum Parkplatz in der Au gefahren. Dort wird die saubere obere Schicht getrennt von der unteren gelagert, die teilweise mit Erde versetzt ist.

1000 Tonnen neues Material

Im Anschluss musste die sogenannte Planungsschutzschicht in einer Tiefe von 85 Zentimetern auf der kompletten Länge von 600 Metern ausgetauscht werden, denn die alte hatte aufgrund des Grundwassers nachgegeben. Nun wurde die untere Schicht erneuert und die Arbeiter verlegten einige Entwässerungsleitungen, um das Problem in Zukunft zu umgehen. Obendrauf richteten sie anschließend wieder das Gleisbett ein, wobei ein Teil des Schotters verwendet wurde, den sie zuvor abtransportiert hatten. Hinzu kamen rund 1000 Tonnen neues Material.

Enormer Zeitdruck

Gestern wurden bereits die Schwellen verlegt, nun müssen die Gleise verschweißt und das gesamte Gleisbett mit einer Spezialmaschine gestopft werden. „Uns sitzt die Zeit im Nacken“, betonte ein Mitarbeiter der ausführenden Firma, denn am Montagmorgen muss die Strecke schon wieder frei und befahrbar sein. Dann sind auch Bahnüberführung und -übergang in Geisingen wieder für den Zugverkehr freigegen. Die Ersatzbusse, die von Donaueschingen nach Singen fahren, gehören somit ebenso der Vergangenheit an wie die Umleitung des Donauradwegs über die Tuttlingerstraße.

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Dort schnitt der Zweckverband Pflegeheim ausgerechnet während der Umleitung des Radwegs die Hecken beim Heimfriedhof zurück und blockierte dabei mit Gerüst und Baumaschinen den breiten Gehweg. Für Gefahren sorgen auch Radfahrer wie Fußgänger, die trotz der Sperrung einfach über die Gleise beim Bahnübergang laufen. Der Umweg über den kleinen Durchlass und den Espen sei ihnen zu weit.