Funklöcher im Handynetz sind in Hochtechnologieland Deutschland die Regel. Wenn von großen Netzanbietern und der Regierung immer wieder versprochen wird, dass bald überall das 5G-Netz für sehr schnelle Verbindungen sorgt, ist man im Geisinger Ortsteil Leipferdingen frustriert. Denn dort hat man an vielen Stellen im Ort nicht einmal den schlechtesten Empfang, geschweige denn eine Verbindung, um Daten herunter zu laden. Leipferdingen hat ja noch die besondere Situation, dass sich der Ort mehr oder weniger in einer Kessellage befindet.

Und was Handyempfang betrifft, ist Leipferdingen im Tal der Ahnungslosen. Man hat im Ort bedingt durch das frühere Kabelfernsehen, das privat gebaut und einst von Telekom, dann Kabel-BW und nun Vodafone übernommen wurde, einen entsprechenden Internetempfang und kann damit auch im Festnetz telefonieren. Aber wer in Leipferdingen als Handwerker arbeitet und auf der Baustelle mal mit dem Büro oder einem Lieferanten per Handy reden will, hat Pech. Und die junge Generation ist heute nicht mehr per Festnetz, sondern mehr oder weniger ausschließlich über Handys erreichbar.

Die Gutmadinger können sich Hoffnung auf besseren Datenempfang machen. Ein privater Investor baut derzeit einen Sendemasten, das Fundament ist bereits fertig.
Die Gutmadinger können sich Hoffnung auf besseren Datenempfang machen. Ein privater Investor baut derzeit einen Sendemasten, das Fundament ist bereits fertig. | Bild: Paul Haug

Es ist ein jahrelanger Kampf der Leipferdinger, was den Handyempfang betrifft, der sich inzwischen zum Frust ausgeweitet hat. Stellvertretend für viele Leipferdinger lassen nunmehr die Familie Andreas und Doris Frank ihrem Frust über den schlechten Empfang freien Lauf. Vodafone hat vor einigen Jahren einen sogenannten Repeater gestellt, der nur die Signale verstärkt. Aber der ist in den letzten Monaten immer wieder außer Betrieb. Angeblich sei er abgebaut, was nicht stimmt. Wer bei Vodafone anruft, ist dann, wie bei vielen Hotlines üblich, bis zu einer halben Stunde in der Warteschleife, dann ist niemand zuständig. Eine Störung, so Doris Frank, werde nicht erkannt, andere Netze gibt es in Leipferdingen ebenfalls nicht. „Man hat mir sogar schon angeboten, den Vertrag zu kündigen, offensichtlich will man mit Leipferdingern nicht mehr reden“, sagt Doris Frank.

Wie Ortsvorsteher Jürgen Keller auf Nachfrage mitteilt, habe er mehrfach versucht, bei Vodafone vorstellig zu werden, um eine Verbesserung zu erreichen. „Dort einen fachkundigen und zuständigen Mitarbeiter zu finden, ist schier unmöglich, man wird immer wieder vertröstet“, sagt Keller. Nunmehr gebe es wohl von Vodafone die Aussage, dass irgendwann in einigen Jahren ein Sendemast aufgestellt werde. Diese Aussage gibt es von Vodafone übrigens schon seit einigen Jahren, den Sendemast auf dem Wartenberg bei Geisingen aufzurüsten, worauf die Kunden bis heute warten.

In Gutmadingen wird derzeit zwischen Gutmadingen und Neudingen ein Sendemast eines privaten Investors aufgestellt, das Fundament steht bereits. Der Mast wird dann an einen Netzbetreiber vermietet, der wiederum durch besseren Empfang mehr Kunden gewinnen will. Welcher dies aber ist, ist noch nicht bekannt. Da auch das Leipferdinger Festnetz und TV-Kabel von Vodafone betrieben werden, fühlen sich die Leipferdinger, wie Doris Frank betont, diesem Anbieter auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Erreiche man einmal einen Mitarbeiter, werde versprochen, der Störung nachzugehen, ein anderer betone, die Störung sei behoben. Will man aber mit dem Mobilgerät telefonieren, kommt keine Verbindung zustande.

Viele Leipferdinger, so Doris Frank, hätten schon aufgegeben, die Störung zu melden oder diesbezüglich nachzufragen. Man fühle sich als Mensch zweiter Klasse, was den Mobilfunk betreffe. Sie hat die Hoffnung, dass sich nunmehr kommunalpolitisch vielleicht etwas bewegt.