Die Sozialstation St. Beatrix ist wie der gesamte Gesundheitsbereich im Corona-Modus. Das Café ist zu, die Tagespflege ist geschlossen, der normale Betrieb läuft aber weiter. Geschäftsführerin Renate Wittenberg und das Mitarbeiterteam haben viele Abläufe umgestellt. „Ziel ist es“, so Renate Wittenberg, „die bisher betreuten Menschen im Einzugsgebiet nach wie vor zu versorgen.“ Die Mitarbeiter im Bereich der häuslichen Pflege sind wie bisher im Einsatz.

Geändert haben sich die Abläufe. Der Arbeitsbeginn wurde für jeden Mitarbeiter geändert, es darf nie mehr als eine Person aus dem Bereich der Pflege in der Sozialstation sein. Sei es beim Arbeitsbeginn oder bei der Rückkehr von Patienten. Sie müssen anrufen und solange im Auto warten, dann können sie in die Station kommen. Lenkrad, Schalthebel und Türgriffe werden desinfiziert. „Desinfektionsmittel ist noch vorhanden, es wurde nachbestellt und auch eine Lieferung zugesagt“, sagt Wittenberg. Das gleiche gilt für Schutzkleidung, Handschuhe und Mundschutz. Not macht erfinderisch. „Wir haben einige Näherinnen gefunden und Mundschutz selbst hergestellt“, äußert sich Renate Wittenberg. Denn das Pflegepersonal ist in der ambulanten Pflege gleich gefährdet wie Klinikpersonal. Patienten wie auch Beschäftigte müssen Mundschutz tragen. Bislang haben Angehörige in nur einem Fall auf den täglichen Besuch des Pflegepersonals verzichtet. Gerade jetzt ist es wichtig, Pflege solange wie möglich zuhause anzubieten.

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Probleme bereitet den ambulanten Pflegediensten, dass Kliniken Patienten entlassen, die noch nicht austherapiert sind, um für mögliche Aufnahmen von Corona-Patienten in den Kliniken Platz zu haben. „Dies stellt das Personal vor besondere Herausforderung“, unterstreich Renate Wittenberg.

Die Tagespflege wurde in der letzten Woche geschlossen. Dort waren immer bis zu 20 betagte Menschen aus den Regionen Emmingen-Liptingen, Immendingen und Geisingen und wurden betreut. Insgesamt sind 40 Menschen für die Tagespflege angemeldet, manche kommen jeden Tag, andere nur einen Tag in der Woche. Aber viele dieser Gäste der Tagespflege haben niemand zuhause, oder die Angehörigen müssen arbeiten. Für Kinder wurden Notfallbetreuungen eingerichtet, für Senioren ist so etwas auf Kreisebene derzeit in Planung, allerdings mit nur wenigen Plätzen und strengen Auswahlkriterien. Die durch die Schließung der Tagespflege frei gesetzten Mitarbeiter sind nun bei den Senioren, die alleine zuhause sind. Manchen wird gekocht, andere werden nur betreut. „Der Vereinsamung der betreuten Senioren soll auf diese Weise entgegengewirkt werden“, betont die Geschäftsführerin. Nach wie vor betreut und besucht werden die Bewohner der Wohnungen des Betreuten Wohnens in der Sozialstation. „Auch dies ist wichtig, weil aufgrund der derzeitigen Situation der Besuch von Angehörigen stark reduziert ist“, sagt Renate Wittenberg abschließend.