Neben den verheerenden gesundheitlichen Auswirkungen und der gesellschaftlichen Lähmung zieht die Corona-Pandemie immer mehr wirtschaftliche Folgen nach sich. Für das Geisinger Unternehmen Topro, dessen Arbeitsschwerpunkt im Bereich Veranstaltungstechnik liegt, bedeuten die seit Anfang März zur Eindämmung der Corona-Krise erlassenen Verbote einen Entzug jeglicher Existenzgrundlage. Waren es zunächst nur Großveranstaltungen, die untersagt wurden, sind jetzt selbst kleine Feiern verboten, was für die Firma von Inhaber Thomas Obeth einen Rückgang der Auslastung von 130 Prozent auf null und gähnende Leere in den Auftragsbüchern bringt. Auf früh beantragte staatliche Hilfen gab es bislang keine Reaktion.

  • Elf Mitarbeiter: „Ich kämpfe hier ums Überleben und zahle die Zeche für etwas, wofür ich nichts kann“, klagt Obeth (Meister für Veranstaltungstechnik, Großfeuerwerker, Pryrotechniker), der die Notwendigkeit der Erlasse einerseits einsieht, andererseits aber auch die Verantwortung für ein Unternehmen mit elf Beschäftigten trägt. Die vom Land herausgegebenen Veranstaltungsverbote kämen für ihn einem Berufsverbot gleich, sagt der Unternehmer. Der 43-Jährige führt seine Firma seit zwölf Jahren und konzentriert sich nach einem Intermezzo als Technischer Leiter der Stadthalle Singen seit 2020 ganz auf seine Selbständigkeit, hat sogar noch einen kleinen Betrieb hinzugekauft.
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  • Veranstaltungen abgesagt: Doch das Coronavirus hat der Aufbruchstimmung ein jähes Ende bereitet. Thomas Obeth: „Durch die verschiedenen Verordnungen sowie die aktuellen Verbote wurden uns im Lauf der letzten Wochen alle Veranstaltungen für den Zeitraum März und April abgesagt. Es vergeht kein Tag, an dem nun nicht auch noch erst im Mai und Juni terminierte Veranstaltungen ausfallen.“ Dazu zählt vom Musical, Stadtfest und Verbandstag alles bis hin zu gewerblichen Tagungen oder Termine in den Stadthallen Donaueschingen und Singen, für die Topro als Technik-Dienstleister fungiert. „Selbst unser weiteres Standbein mit Festinstallationen wird auf Eis gelegt,“ so der Topro-Chef.
  • Hilfen lassen auf sich warten: Wenig gute Erfahrungen hat Thomas Obeth, bislang mit staatlichen Hilfen gemacht. „So einfach sind die nicht zu bekommen“, zeigt er sich enttäuscht. Die Mitarbeiter hätten erst Überstunden und Urlaube abgefeiert, das Lager auf Hochglanz gebracht. „Dann haben wir Kurzarbeit vereinbart und beantragt – bis heute fehlt hierzu die Rückmeldung der Arbeitsagentur.“ Alles andere als unbürokratisch erhältlich sei mit einem siebenseitigen Antragsformular auch die zugesagte Soforthilfe. Was Kredite angehe, so würden die Banken überrannt und Rückantworten bleiben aus. Wer einen kurzfristiges Liquiditäts-Problem zu lösen habe, bleibe auf sich allein gestellt. Dennoch hat Obeth eine klare Devise: „Mir ist daran gelegen, die Firma durch die Krise zu bringen. Aufgeben ist für mich keine Option. Ich möchte, dass keiner von meinen Mitarbeitern auf der Straße steht und nach der Krise wieder unsere Position am Markt stärken.“
  • Immendinger Firma betroffen: Nicht einfach ist die Situation auch für das Immendinger Unternehmen Main Werbung & Event, das genauso in der Veranstaltungstechnik-Branche tätig ist. Bei Main wurden ebenfalls Veranstaltungen abgesagt, für die der Betrieb gebucht war. Die Firma ist breiter aufgestellt, denn ihre Aufträge umfassen noch den Bereich Werbung. Für die versprochene Soforthilfe gebe es viele bürokratische Hürden, so die dortige Erfahrung. Wie sich die Situation für den Betrieb weiterentwickelt, hängt mit davon ab, inwieweit die Hauptsaison für Veranstaltungen im Sommer von den Restriktionen betroffen sein wird.