Die Kreisjägervereinigung Tuttlingen hat einen neuen Vorsitzenden: Clemens Bendowski aus Deilingen folgt auf Horst Joachim Wehn aus Bubsheim, der sein Amt nach zwölf Jahren abgab. Bei der Hauptversammlung der Kreisjägervereinigung Tuttlingen, die in der Kirchtalhalle in Kirchen-Hausen stattfand, wurden auch zahlreiche Mitglieder für langjährige Zugehörigkeit von 25 bis 65 Jahren sowie verdiente Mitglieder ausgezeichnet. Unter anderem der frühere Hegeringleiter des Hegerings Immendingen/Geisingen, Reinhold Elsässer, der die Ehrennadel in Gold des Landesjagdverbandes erhielt.

Da Bendowskis Posten als stellvertretender Vorsitzender vakant wurde, gab es auch hier eine Nachwahl, der Tuttlinger Hegeringleiter Manfred Stellmacher übernimmt zusammen mit Harald Westheide aus Fridingen diese Funktion.

Wenn sich die Waidmänner des Kreises zur Versammlung treffen, gibt sich auch die Politik die Ehre, so mit Landrat Stefan Bär, Bundestagsabgeordnetem Volker Kauder und Landtagsabgeordnetem und Justizminister Guido Wolf (beide CDU), Vertreter von Forst, Polizei und Jagdamt.

„Die Jagd ist mehr als nur ein Hobby, die Jägerschaft ist wesentlich am Erhalt der Artenvielfalt beteiligt“, betonte Landrat Bär. Er unterstrich das gute Verhältnis von Landratsamt zur Jägerschaft. „Ein gutes Miteinander ist zwischen Landwirtschaft und Jäger wichtig“, erinnerte Kirchen-Hausens Ortsvorsteher Christoph Moriz, was auch die beiden Abgeordneten hervorhoben.

Der scheidende Kreisjägermeister Horst Wehn ging auf die Schwarzwildproblematik ein. Er gestand zu, dass auch die Jägerschaft Fehler bei Fütterungen gemacht habe. „Aber die Jäger haben daraus gelernt und sind nicht für Waldumbau, mehrfache Buchenmast im Wald, oder den Maisanbau verantwortlich“, sagte Wehn. Zwei Drittel der Abschüsse im Land, dies waren 2016/2017 immerhin 50 000 Schwarzkittel, wurden bei Einzelansitzen erlegt und nicht bei Drückjagden. Durch den Jagddruck auf die Wildschweinbekämpfung gehe laut Wehn der Preis für Wildbret stark zurück, kritisiert wurde auch die unterschiedlichen Handhabung von Geräten für eine intensivere Jagdausübung wegen der Schweinepestbekämpfung, etwa mit Taschenlampen oder Nachtsichtgeräten.

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesjagdverbandes, Wolf Riedel, warnte davor, Nachtsichtgeräte zu montieren und einzusetzen und nachträglich genehmigen zu lassen. Wehn forderte analog zum Landkreis Zollernalb, auch in Tuttlingen die Gebühren für die Trichinenuntersuchung zu erlassen. Riedel betonte, dass sich die Jäger beim Thema Schwarzwild positionieren müssen, das Thema Wolf gehe ohne die Jäger nicht. „Es ist ungeheuerlich, was da für Meinungen im Umweltministerium herrschen“, sagte Riedel. Nicht so umstritten sei hingegen der Luchs.

Die Verdienstnadel in Gold des Landesjagdverbandes erhielt Horst Wehn für seine zwölfjährige Tätigkeit als Kreisjägermeister, die gleiche Ehrung erhielt Reinhold Elsässer aus Kirchen-Hausen für seine 16-jährige Tätigkeit als Hegeringleiter.

Riedel hob die beiden Jagdausstellungen hervor, die Elsässer organisiert hat und manch große Ausstellung in den Schatten gestellt haben. Die Ehrennadel in Silber erhielt Schatzmeisterin Karin Veihelmann aus Wurmlingen.

Bei der Kreisversammlung referierte ferner Karl Schwab von Veterinäramt Tuttlingen zum derzeit viel diskutierten Thema afrikanische Schweinepest und die Verbreitung unter anderem durch Wildschweine.

 

Kreisjägervereinigung

Die Kreisjägervereinigung Tuttlingen hat rund 450 Mitglieder. Im Landkreis Tuttlingen werden 150 Jagdreviere von den Mitgliedern der Kreisjägervereinigung gehegt und bejagt. Hauptziel ist es, eine artenreiche Wildpopulation in einem ausgeglichenen Verhältnis zum Wald und Flur zu schaffen. Untergruppen auf örtlicher Ebene sind die sechs Hegeringe, einer davon der Hegering Immendingen für die Jagdreviere der Regionen Emmingen-Liptingen, Immendingen und Geisingen. (ph)