Der Hochwasserschutz beim Freizeitgelände Danuterra auf dem Espen in Geisingen wird verbessert. Dafür werden zwischen April und August die alten Absperreinrichtungen am Hochwasserdamm durch einfach zu bedienende und technisch aktuelle Schieberanlagen ersetzt. "So kann das Freizeitgelände vom Hochwasser der Donau abgeriegelt werden", informierte Matthias Henrich, Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg. Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium beginnt bereits in den nächsten Tagen mit den vorbereitenden Arbeiten auf den Bauflächen am Hochwasserdamm, die Ende Februar abgeschlossen sein sollen. Bei Bedarf werden auch außerhalb der Baustellenbereiche entlang des Dammes Gehölzpflegearbeiten durchgeführt, heißt es aus dem Regierungspräsidium. Die Ausschreibung und Vergabe der eigentlichen Bauleistungen sind in der Vorbereitung.

Neue Schieberanlagen

Die neuen Schieber alleine bieten allerdings keinen hundertprozentigen Hochwasserschutz: "Wenn beide Schieber geschlossen sind, besteht die Gefahr, dass durch Oberflächen- und Grundwasser sowie dem Wildtalbach innerhalb des Freizeitgeländes ein Hochwasser entsteht. Um dies zu verhindern, wurde zwischen Land und Stadt Geisingen vereinbart, dass die Stadt ein Binnenentwässerungskonzept umsetzt", informierte Henrich weiter. Entsprechende Planungen und Untersuchungen dafür sind beauftragt. Bis dahin gilt für die Schieber ein Übergangs-Betriebsreglement.

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Als der Hochwasserdamm am Freizeitgelände und die Donaubegradigung in den 70er Jahren gebaut wurden, wurde die abgeschnittene Donauschlinge als Altarm erhalten. Zur Versorgung mit Frischwasser wurde am oberen Ende eine Rohrleitung von der Donau in den Altarm verlegt. Am unteren Ende ist ebenfalls ein Rohr als Abfluss verlegt worden, da auch der Wildtalbach in den Altarm mündet. Über diese Kanalleitungen kann aber ein Donauhochwasser in das Freizeitgelände gelangen. Um dies zu verhindern, wurden damals schon Absperreinrichtungen in die Kanalleitungen eingebaut. Diese entsprechen aber weder den heute gültigen technischen Anforderungen noch den aktuellen Arbeitsschutzvorschriften. Zudem ist es schon bei minimal erhöhten Wasserständen in der Donau nicht mehr möglich, die Absperreinrichtungen einzubauen.

Gesamtkonzept mit Rückhaltebecken

Im Rahmen des Integrierten Donau-Programms des Landes Baden-Württemberg sollen die bebauten Ortslagen entlang der Donau vor einem hundertjährlichen Bemessungshochwasser der Donau geschützt werden. Aufgrund der Risikoanalyse Donau und dem Gesamtkonzept des Integrierten Donau-Programms von 2002 erfolgte der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Wolterdingen mit der Inbetriebnahme 2012. Im Gesamtkonzept sind darüber hinaus örtliche Maßnahmen enthalten, um den angestrebten Schutzgrad zu erreichen. Nur noch sehr wenige Maßnahmen davon sind noch nicht umgesetzt, eine davon in Geisingen.

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