Ein Raub der Flammen wurde im März das Sargenhäusle beim Linacher Schmiedshof. Nun sucht die Furtwanger Stadtverwaltung eine Ersatzwohnung für die obdachlos gewordene Bewohnerin des bis auf die Grundmauern abgebrannten Gebäudes. Wie der stellvertretende Hauptamtsleiter, Michael Schlageter, informiert, sei der Weiße Ring mit einer entsprechenden Anfrage an die Stadtverwaltung herangetreten. Die Bewohnerin des abgebrannten Gebäudes sei zwar kurzfristig bei Verwandten untergekommen, aber das sei keine Dauerlösung. Nun wendet sich die Stadt an die Öffentlichkeit mit den Worten, dass eine „in Not geratene Person dringend eine Wohnung in Furtwangen oder in der näheren Umgebung“ benötige. Die Kaltmiete dürfe maximal 400 Euro betragen. Als Kontaktadressen werden im Rathaus Susanne Steuert-Nagy, Telefon 07723/93 92 28, und Hermann Fengler, 07723/ 93 91 66, angegeben.

Stadt hat keine freie Wohnung

Die Stadtverwaltung habe derzeit keinen freien Wohnraum anzubieten. Laut Schlageter seien in den vergangenen Jahren einige städtische Wohnungen verkauft worden, zum Beispiel in der Friedrichstraße. Lediglich ein einziges Gebäude sei in städtischer Hand, das als sozialer Wohnraum diene. Es handle sich um ein kleineres Haus in der Straße Auf dem Moos, in dem eine Familie und Einzelpersonen aus Syrien wohnen. Nachdem die Zahl der städtischen Wohnungen für in Not geratene Personen sehr begrenzt sei, suche die Stadt mittlerweile im Bedarfsfall auf dem freien Markt nach Wohnraum, beispielsweise für Flüchtlinge oder von Obdachlosigkeit bedrohte Personen. Soweit Schlageter bekannt ist, sei derzeit aber nichts angemietet. Der Bedarfsfall sei nicht so häufig in Furtwangen, es gebe ihn aber immer mal wieder.

Kein Kauf geplant

Die Stadt sei nicht grundsätzlich dagegen, wieder Wohnraum für diesen Zweck zu kaufen. Aber das sei ja in der Regel gleich eine Investition im sechsstelligen Bereich und müsse mit dem Gemeinderat abgestimmt werden. Aktuell sei aber kein Kauf geplant. Bei der Miete werde geschaut, inwieweit die in Not geratenen Personen diese Kosten tragen können. Im Bedarfsfall könne die Stadt in Vorleistung gehen, aber in der Regel werde ein Wohnkostenzuschuss durch die Kreisbehörde geleistet. Schlageter geht davon aus, dass im Fall des abgebrannten Gebäudes in Linach die betroffene Frau selbst die Mietkosten für eine neue Wohnung tragen wird.