Für die meisten der über 40 Abiturienten hat am Mittwoch das verschobene schriftliche Abitur mit dem Fach Deutsch begonnen. Am Montag schrieben in der großen Turnhalle, die erstmals als Prüfungssaal dienen musste, bereits zwei Abiturientinnen und ein Abiturient ihre Spanisch-Klausur.

Einige schreiben nach

Einige wenige Absolventen haben sich aus freien Stücken entschieden, erst beim zweiten Termin im Juni alle ihre Abi-Klausuren zu schreiben – eine Wahlmöglichkeit, die für den Corona-Stress und das lange Warten entschädigen soll. Erst vor wenigen Tagen wurde vom Kultusministerium eine weitere Erleichterung für den diesjährigen Abi-Jahrgang gewährt: Sämtliche ausstehenden Klausuren in den Fächern, in denen keine schriftliche Prüfung stattfindet, werden gestrichen. Stattdessen können kürzere schriftliche Wiederholungsarbeiten stattfinden. So gibt es – formal gesehen – für die Abiturienten wenig Grund zur Klage.

Ab in die letzte Phase

Dennoch sollte die psychosoziale Belastung des monatelangen Ausnahmezustandes nicht unterschätzt werden, betont Schulleiter Andreas Goldschmidt. Da die drei ausgefallenen Unterrichtswochen im März durch zwei zusätzliche Präsenz-Unterrichtswochen im Mai zuzüglich fünf Wochen Fernunterricht kompensiert wurden, sollten nun alle Absolventen des Gymnasiums gut vorbereitet in die letzte Phase ihrer Schullaufbahn gehen.

Realschullehrer Rolf Langenbach und seine Kollegin Iwona Mayer stehen bereit, um die Aufsichten für die Deutsch-Prüfung abzulösen. Referendar Timon Peters überwacht die Toilettengänge der Prüflinge. Das Schild deutet auf das gleichzeitig stattfindende Deutsch-Abitur hin. Bild: Janke
Realschullehrer Rolf Langenbach und seine Kollegin Iwona Mayer stehen bereit, um die Aufsichten für die Deutsch-Prüfung abzulösen. Referendar Timon Peters überwacht die Toilettengänge der Prüflinge. Das Schild deutet auf das gleichzeitig stattfindende Deutsch-Abitur hin. | Bild: Janke

Auch dem nachrückenden Jahrgang – ähnlich wie für die Klasse 9 an der Realschule – soll trotz der Corona-Maßnahmen kein gravierender Nachteil für seine Abitur-Vorbereitung entstehen. Deswegen gehören sie – neben den Prüflingen – zu den knapp 20 Prozent der Schülern am OHG/RS, die zumindest stundenweise seit zwei Wochen wieder in die Schule gehen dürfen. Gut gelaunt und ideenreich haben sie am Wochenende großformatige Spruchbänder gefertigt, um den Abi-Jahrgang zu motivieren. Vielleicht spricht aus den Spruchbändern auch eine in Corona-Zeiten häufiger beobachtete Grundhaltung bei vielen Lernenden: Die Schulpflicht ist in erster Linie ein Recht auf Bildung, das in diesen Tagen von 80 Prozent der Schüler im computergestützten Fernunterricht mit viel Ausdauer und Betreuung der Eltern als stundenlange Hausaufgabe selbständig erarbeitet werden muss.

Auch Realschule legt los

Gleichzeitig mit dem Deutsch-Abitur für rund 40 Abiturienten haben am Mittwoch in Furtwangen 51 Absolventen der Realschule ihre Abschlussprüfung mit dem Fach Deutsch begonnen. Die Realschüler genießen in diesem Jahr einige Privilegien. Von der Möglichkeit, ihre Prüfungen erst im nächsten Monat abzulegen, machte aber niemand Gebrauch, wie Realschulrektor Jürgen Kemmelmeier angab.

Hygienevorschriften werden eingehalten

Ferner betont er, dass sämtliche Hygiene-Vorschriften gewissenhaft eingehalten werden konnten, einschließlich der 2,5 Meter Abstand für drei gesundheitlich besonders zu berücksichtigende Jugendliche. Während viele der befragten Zehntklässler der Realschule angaben, dass sie die Verschiebung der Prüfung um einen Monat eher als Vorteil empfanden, betont Jürgen Kemmelmeier, dass es für die Schulleitung eine besondere Herausforderung sei, gleichzeitig zu den Realschulprüfungen auch noch den rollierenden Wiederbeginn des Präsenzunterrichts nach den Pfingstferien sowie die Hauptschulabschlüsse zu organisieren, die jede Realschule in Baden-Württemberg neuerdings parallel anbieten muss.

Bestens betreut

Während mehrere befragte Realschülerinnen die Verschiebung der Prüfungen teilweise als etwas nervenaufreibend erlebt haben, sind sich Lasse Braun und Jannik Faißt einig, dass die zusätzlichen Wochen nur von Vorteil für ihre Vorbereitungen waren. Donika Musaj betont, dass sie während der Schulschließung von allen ihren Lehrern bestens im Fernunterricht betreut wurde und sich nun gut vorbereitet fühlt.

Klassen werden zweigeteilt

Jürgen Kemmelmeier erklärte weiterhin, dass die partielle Umstellung von Fernunterricht auf Präsenzunterricht nach den Pfingstferien für alle Klassen auf der Grundlage des regulären Stundenplanes geschehen werde. Dabei werden die Klassen zweigeteilt. Jeweils halbe Klassen werden wochenweise abwechselnd unterrichtet. Für die vielen Konferenzen und Abschlussprozeduren müssten noch Lösungen gefunden werden. Dabei werde von Vorteil sein, dass alle Lehrer und sämtliche Klassen bis hin zu Klasse fünf sich seit März als im digitalen Lernen üben konnten und vielfach Videokonferenzen sowie Aufgaben-Download und Lösungs-Upload praktiziert wurde.

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