Mit einer geradezu sensationellen Idee begegnet der Laetitia-Chor der Corona-Pandemie. Mit einem speziellen Projekt hilft er der bekannten Musicaldarstellerin Sabrina Weckerlin über die Runden. Denn freischaffende Künstler und Akteure auf und hinter großen Bühnen oder Kleinkunsttheatern haben es in Corona-Zeiten äußerst schwer. Wer nicht fest angestellt ist, erhält kein Gehalt.

Glänzender Einfall

Das brachte den Vorsitzenden des Laetitia-Chores auf den glänzenden Einfall, ein besonderes Kunstprojekt zu starten. „Es muss etwas passieren“, meinte der Ideengeber Bruno Reidelbach, der dem Verein seit vier Jahren vorsteht. Zunächst war ein Zusammenwirken mehrerer Beteiligter angedacht. Schließlich einigte man sich auf ein Vorhaben für die in Furtwangen aufgewachsene Musical-Darstellerin und Sängerin Sabrina Weckerlin und ihr Trio mit Gitarre, Violoncello und Klavier, die negativ von der Krise betroffen sind.

Sie ist auf vielen Musicalbühnen zu sehen und fühlt sich Furtwangen verbunden: Sabrina Weckerlin. Unterstützung findet sie beim Laetitia-Chor.
Sie ist auf vielen Musicalbühnen zu sehen und fühlt sich Furtwangen verbunden: Sabrina Weckerlin. Unterstützung findet sie beim Laetitia-Chor. | Bild: Siegfried Kouba

Ein Videostreifen wurde produziert, zu dem die Künstlerin einen neuen Song kreierte, den sie dem Chor widmete, untermalt durch die Instrumentalisten. Die Aufnahme auf der Video-Plattform YouTube zeigt daneben Bilder und Szenen von Auftritten Sabrina Weckerlins sowie den Chor bei einem Konzert in Bad Dürrheim.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Der Chor schlägt mit diesem Video zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits erfolgt eine wichtige Unterstützung der „beliebten jüngsten Hiphop- und Jazzdancelehrerin“, die für den Song eine Gage erhält. Dafür wurden intensiv Spendengelder gesucht. Andererseits wird die enge Verbindung zur Sängerin garantiert und der Chor zeigt Präsenz.

Corona macht Chor Probleme

Denn auch der hat seine Schwierigkeiten durch ein nicht leicht einzuschätzendes Virus. Die Probentätigkeit musste eingestellt werden und alle Auftritte wurden abgesagt. Die Sicherheit der Mitglieder hatte absolute Priorität und die Verantwortlichen waren schon schockiert. Trotzdem wurde weiter geplant, um mit bekannten Künstlern aufzutreten.

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Die Proben jedoch lassen höchstens die Hälfte der Chormitglieder zu, denn die Schutzmaßnahmen werden sehr ernst genommen. Kontakte wurden gleichwohl über verschiedene Medien beibehalten und Begegnungen in kleinen Gruppen wahrgenommen. Ein Ostergruß sollte die lähmende Zeit versüßen und Vorstandsbesprechungen wurden im Freien abgehalten. Doch es war schwierig, Lösungsansätze für die Probenarbeit zu finden.

Dirigentin als treibende Kraft

Durch relativ hohe Mitgliedsbeiträge kann man sich über Wasser halten und vor allem die Dirigentin Sabine Pander weiter bezahlen. Sie wirkt als treibende Kraft des Chores, der jedes Jahr unter ihrer Führung mehrere Songs einstudiert, was gerade die jüngere Generation anspricht. Die hervorragende Pianistin ist auf Präzision bedacht, möchte Emotionen, gute Aussprache und Ausdruck fördern und ein breites Spektrum von Gospel, Rock, Pop und internationalen Songs abdecken. Cohens „Hallelujah“, „Lift me up“ oder ein irischer Segen gehören dazu, die begleitet oder a cappella geboten werden.

Im Zentrum steht ein Jahreskonzert. Daneben gibt es rund vier auswärtige Auftritte, wofür fast 30 Proben notwendig sind. Momentan sind künftige Aktivitäten schwer einzuschätzen, doch der Zusammenhalt des Chores steht im Vordergrund. Denkbar sind Veranstaltungen im kleinen Rahmen und Wunsch ist der baldmögliche Übergang zur Normalität.

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