Die baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Susanne Eisenmann, war zu Gast am Furtwanger Skiinternat (SKIF). Das Furtwanger Skiinternat ist dabei ein besonderes Vorzeigeobjekt des Landes. Vertreter des Skisports und des SKIF haben bei dieser Gelegenheit der Ministerin neue Wünsche und Ideen vorgetragen, wie die Förderung des Wintersports noch wesentlich effektiver zu gestalten sei. Im Anschluss gab es eine Gesprächsrunde der Ministerin mit Vertretern der Partnerschulen, also dem Otto-Hahn-Gymnasium und der Robert-Gerwig-Schule.

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  • Kaderschmiede: Manfred Kuner, Präsident der baden-württembergischen Skiverbände, wies unter anderem darauf hin, dass am SKIF alle drei Skiverbände des Landes Baden-Württemberg vertreten sind. Besonders erinnerte er an den inzwischen pensionierten Ministerialrat Karl Weinmann vom Kultusministerium, der für diese „Kaderschmiede des nordischen Skisports“ sehr viel getan habe. Er unterstrich die Bedeutung des SKIF für den Wintersport. Dies hätten auch wieder die Medaillen der SKIF-Absolventen bei der letzten Winter-Olympiade gezeigt. Ministerin Eisenmann bestätigte, dass auch aus ihrer Sicht das Skiinternat eine wichtige Funktion habe. Daher wollte sie auch wieder einmal sehen, wie der aktuelle Stand ist.
  • Nachhaltige Bildung: Das Furtwanger Skiinternat biete, so Manfred Kuner, den Sportlern am Ende ihrer sportlichen Laufbahn eine Perspektive, da auch gleichzeitig eine gute Schulausbildung abgeschlossen wurde. Ohne eine solche Grundlage gebe es oftmals am Laufbahnende für die ehemaligen Sportler dann eine große Orientierungslosigkeit. Das Skiinternat biete ein „echt gutes Angebot“, sagte Susanne Eisenmann. Auch die Eltern legten hier großen Wert darauf, dass die Wintersportler zugleich eine fundierte schulische Ausbildung erhalten.
Skiverbands-Präsident Manfred Kuner (links) begrüßt beim Skiinternat die baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Susanne Eisenmann (rechts).
Skiverbands-Präsident Manfred Kuner (links) begrüßt beim Skiinternat die baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Susanne Eisenmann (rechts). | Bild: Stefan Heimpel
  • Einblick: Erste Station im SKIF war dann der Kraftraum, den Susanne Eisenmann selbst im Januar 2018 seiner Bestimmung übergeben hatte. Skisprung-Trainer Rolf Schilli bestätigte, dass die Bedingungen in diesem Kraftraum für das Training optimal seien. Zusammen mit der Skispringerin Ramona Straub und weiteren Nachwuchs-Sportlern demonstrierte er einige Stationen für das Training der Skispringer. Zum Abschluss dieses Besuchs in der Praxis überreichte Geschäftsführer Walter Belser der Ministerin als Erinnerung eine Startnummer von Ramona Straub, unterschrieben auch von Trainer Rolf Schilli.
  • Staatliche Förderung: Manfred Kuner, dass man beim SKIF dem Land und dem Ministerium „extrem dankbar“ sei für die umfangreiche Unterstützung. Doch trotzdem sei er so unverschämt, auch gleich wieder eine Bitte zu äußern. Nach einigen Jahren stabiler Beiträge muss nun der Internationale Bund (IB) als Betreiber des Hauses die Beiträge für das Internat erhöhen. Diese Beiträge seien aber auch schon jetzt eine Belastung für die Familien der Sportler, deshalb bat er, dies durch weitere Förderungen abzudecken. Außerdem sei es sinnvoll, diese Förderung pauschal zu vergeben und nicht jedes Jahr wieder neu nach der Zahl der Sportler festzulegen. Das biete dem SKIF mehr Planungssicherheit. Nicht zuletzt sorge die breite Unterstützung durch das Land auch dafür, dass das SKIF nicht komplett vom deutschen Skiverband abhängig ist und freier und damit auch erfolgreicher agieren kann. Dies sei eine wichtige Zielsetzung im Sportland Baden-Württemberg, so Susanne Eisenmann. Es gelte überall die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, beispielsweise durch die entsprechende Förderung von Sportstätten auch im kommunalen Bereich.
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  • Schanze in Titisee: Von besonderer Bedeutung, so erläuterte auch Skispringer Martin Schmitt aus eigener Erfahrung, ist der aktuelle Bau einer 55-Meter-Schanze in Titisee. Denn gerade in den ersten Jahren beim Skispringen ist der Unterschied zwischen einem Springen von einer 40-Meter Schanze und dem richtigen Fliegen auf einer 70-Meter Schanze so groß, dass es für die jungen Sportler oftmals schwierig wird. Deshalb brauche es einen Zwischenschritt. Im Umkreis von 300 Kilometern sei aber keine solche Schanze vorhanden.
  • Windkanal: Vielversprechend seien die Pläne für einen Windkanal an der Sprungschanze in Hinterzarten. Ein Großteil des dafür notwendigen Geldes sei bereits vorhanden, es bestehe noch eine Lücke von etwa 50 000 Euro, dafür werde die Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg erhofft. Dieser Windkanal speziell für Skispringer wäre weltweit einzigartig. Martin Schmitt erläuterte, dass die deutschen Springer immer wieder die Gelegenheit haben den Windkanal bei Audi zu nutzen. Die nächsten Sprünge nach diesem Training im Windkanal seien auch jedes Mal deutlich besser, was sich aber mit der Zeit verliere. Ein regelmäßiges Training mit Windkanal verschaffe den Sportlern enorme Vorteile. Zudem seien der Windkanal beim Autohersteller oder der von Springern stark genutzte Windkanal in Schweden für andere Zwecke konstruiert worden. Beim projektierten Windkanal in Hinterzarten werde der Luftzug wie beim echten Springen von schräg unten ausgerichtet, das Training laufe dann unter absolut realistischen Bedingungen ab.