Seit drei Wochen ist das Otto-Hahn-Gymnasium mit Realschule nun schon geschlossen. Auch wenn Schulleiter Andreas Goldschmidt ein positives Zwischenfazit zieht, ist man sich einig: Alle freuen sich darauf, möglichst bald wieder richtig zur Schule gehen zu dürfen.

„Größte Herausforderung“

Auch die Schulgemeinschaft des Otto-Hahn-Gymnasiums mit Realschule (OHG/RS) steht derzeit vor der größten Herausforderung seit der Gründung der Verbundschule in den 70-er Jahren. Da schulische Bildung und Erziehung im Kern auf Beziehung und Begegnung innerhalb der Lerngruppe fußt, werden seitens des Kollegiums sämtliche verfügbaren Mittel genutzt, um den Kontakt zu den Schulklassen trotz Kontaktsperre aufrecht zu erhalten. Darüber informiert die Schule in einer Mitteilung.

Bewundernswerte Kreativität

Nach drei Wochen Schulschließung zieht Schulleiter Andreas Goldschmidt zu Beginn der Osterferien eine vorsichtig optimistische Bilanz: „Unsere Lehrerinnen und Lehrer haben eine bewundernswerte Kreativität und Energie entwickelt, um unsere Klassen jede Woche mit neuen anregenden Aufgaben zu versorgen.“ Er fügt aber auch hinzu: „Trotz aller Möglichkeiten, die speziell die gut funktionierende Bildungsplattform Moodle bietet, freuen wir uns aber alle darauf, möglichst bald wieder richtig zur Schule gehen zu dürfen!“.

Lebendige Schule nicht zu ersetzen

Der Wert einer ganz normalen Schulwoche werde in diesen Zeiten besonders deutlich. Die Organisationsstruktur einer Schule sei gewissermaßen eine hocheffiziente „Beziehungsfabrik“. Sie ermögliche es einer Lehrkraft, im Stundentakt insgesamt bis zu 400 eigene Schüler regelmäßig persönlich anzusprechen und die Lehrer-Schüler-Beziehung kontinuierlich – bei den Kernfächern auch mehrmals wöchentlich – zu entwickeln. Alle derzeit erlaubten Mittel und Maßnahmen – von der intensivierten Nutzung des Schulbuchs bis hin zur Video-Konferenz – können den lebendigen Organismus Schule aus Sicht der Schulleitung nur teilweise ersetzen.

Montags Aufgaben für die ganze Woche

Der an der Furtwanger Schule schon am Wochenende vor der Schulschließung vom Schulleitungsteam organisierte Fernunterricht verlief eigenen Angaben zufolge in den vergangen drei Wochen nach folgendem Schema: Die verpflichtenden häuslichen Aufgaben wurden zunächst auf die Haupt- und Prüfungsfächer begrenzt. Montags erhielten alle Klassen vom Klassenlehrer die Aufgaben für die kommende Woche.

Arbeiten werden nicht benotet

Außer den Schulbüchern und dem ausgegebenen Material durften nur digitale Medien und Lernplattformen verwendet werden, die für alle Schüler zugänglich und problemlos beherrschbar sind. Die abgegebenen Arbeiten durften entsprechend einer landesweiten Vorgabe nicht benotet werden und wurden in der Regel von den Eltern per Mail an die Lehrer geschickt. „In diesem Zusammenhang dankt die Schulleitung allen Eltern ausdrücklich für ihre große Unterstützung der Bildungsarbeit und betont deren nun über das übliche Maß hinausgehende Mitverantwortung“, heißt es in der Mitteilung.

Das Schulleitungsteam – hier ein Bild vom Beginn des Schuljahres – stimmte schon im Vorfeld der Schulschließung in einer Sondersitzung den Maßnahmenkatalog für das häusliche Lernen ab.
Das Schulleitungsteam – hier ein Bild vom Beginn des Schuljahres – stimmte schon im Vorfeld der Schulschließung in einer Sondersitzung den Maßnahmenkatalog für das häusliche Lernen ab. | Bild: Otto-Hahn-Gymnasium Janke

Immerhin würden die Hauptfachlehrer davon ausgehen können, dass ihren Schülern genügend Zeit und Ruhe für das Schreiben von Texten oder das Lösen kniffliger Aufgaben zur Verfügung stand. Bei den einzeln zugesandten Lösungen hätten sich andererseits viele Lehrkräfte besonders viel Mühe bei der Korrektur gegeben.

Sorgen um die schwächeren Schüler

Deutschlehrerin Claudia Winker berichtet, dass ihr die Aufsätze entweder getippt oder handgeschrieben und eingescannt zugesandt werden. Aber trotz Rechtschreibprogramm und anderer verfügbarer Hilfsmittel wären viele Schüler nach wie vor dringend auf die korrigierende Hand des Lehrers angewiesen. Die verbreitete Sorge, dass vor allem schwächere Schüler, aber auch die ganz normalen weniger lernfreudigen am stärksten unter der fehlenden Präsenz der Lehrkräfte bei den wochenlangen „Hausaufgaben“ leiden, würde von manch einem Kollegen geteilt.

Fitnessprogramm auf der Homepage

Als Eliteschule des Sports bietet das Otto-Hahn-Gymnasium mit Realschule nach eigenen Angaben auch während der Schließung vielfältige Anreize zur gesunden Bewegung. Ganz oben auf der Homepage der Schule gebe es dazu Mitmach-Videos, beispielsweise 15-Minuten-Ganzkörper-Training oder auch als besonderes Augenmerk eine Video-Botschaft an die OHG-Schülerschaft von FC-Freiburg-Star Nicolas Höfler mit integrierter Fitness-Übung.

Neben den sportlichen Hilfestellungen findet sich auf der Internetseite des OHG auch eine musikalische Aufmunterung: Die Lehrerband hat als kleinen Ersatz für den ausgefallen Schulball ein Musikvideo, natürlich in Quarantäne, erstellt.

Lehrer sind per Mail erreichbar

Andreas Goldschmidt betont, dass sich Lehrer und Schüler nach den ungewohnten Anstrengungen der vergangenen drei Wochen die Osterferien wirklich verdient hätten und für diese Zeit auch keine Aufgaben verteilt würden. Er weist aber auch ausdrücklich darauf hin, dass in der unterrichtsfreien Zeit die Lehrkräfte weiterhin per E-Mail kontaktiert werden können und mit Rat und Tat zur Seite stehen würden.

Wenn das Kultusministerium nach Ostern die Vorgehensweise ab dem 20. April bekannt gibt, könnte für viele Eltern dieses Angebot einschließlich der begrenzten Möglichkeit zur Kinderbetreuung von Bedeutung sein. Insbesondere die Schulhomepage sollte demnach regelmäßig aufgerufen werden.

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